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EM 08 - Spezial

EM 2008 – Fußball in der 3. Welt

Da war ja im Vorfeld viel zu hören und zu lesen über die EM, angefangen von der Kartensituation. Kleine Stadien und dementsprechend wenige Karten standen zur Verfügung. Da unsere Truppe in Österreich spielen sollte und das Land bekanntermaßen recht nah liegt wollten geschätzte 3 Milliarden Deutsche Karten haben. Das führte dann zu einer seltsamen Kartenverteilung, die jedem nur eine Karte für ein Spiel möglich machen sollte. Könnte man sicherlich besser lösen auch im Sinne der Leute die überall hinfahren, aber man ist wohl auf der Schiene mehr Kunden=mehr Umsatz, der Weg ist klar. Dazu kommt noch der Ort an sich, ein Land, deren größter Erfolg im Fußball vor 30 Jahren in einer argentinischen Stadt stattfand (Tittenbar statt Cordoba !) und das sich mit einer Operettenliga sondergleichen schmückt. Hier existiert wenig bis gar keine Fußballkultur, besonders an der Stätte unserer beiden ersten Spiele in Klagenfurt.

Da wurden die Einwohner in einer unnachahmlichen Art täglich durch die Medien malträtiert so dass jeder davon ausgehen musste, der 3. Weltkrieg steht vor der Tür und Horden von Deutschen, Polen und Kroaten ziehen brandschatzend durchs Land. Gewerbetreibenden wurde kostenlos Reizgas ausgegeben und da war es auch kein Wunder, das sich kaum einer auf die Straße traute und lieber weitere Jahre in seinem Keller haust und die öffentlichen Veranstaltungen (Fanzone usw.) somit recht leer blieben. Geht’s noch ? Die Polizei hielt sich zwar meistens im Hintergrund, war aber in einer Präsenz vertreten, die sich wohl an den Medienberichten orientierte. So endete z.B. eine harmlose Meinungsverschiedenheit in der Kneipe, die zuhause wahrscheinlich durch das gemeinsame Bier danach locker beseitigt worden wäre mit einer umfassenden Personenkontrolle und einer Nacht im Knast. Die Bilanz und die Berechtigung für den Einsatz müssen ja stimmen...

Nun zum Fußball: das Wörtherseestadion in Klagenfurt sollte unsere ersten beiden Spiele gegen Polen und Kroatien sehen und wurde zu diesem EM-Zweck mit einem Rang aus Stahlrohr auf 3 Seiten aufgerüstet. Bruchweg lässt grüßen und ein ähnlich sinnloser Verein spielt normalerweise mit dem SK Austria Kärnten drin, der in der letzten Saison noch in Pasching beheimatet war und wegen Geldproblemen und der Initiative vom Landeshauptmann Haider „umzog“. Im Vorfeld befürchtete man eine derbe Überzahl an Polen und Kroaten im Stadion, was dann auch leider Wirklichkeit wurde. Wo auch immer diese Ihre Karten her hatten, war man in punkto Lautstärke deutlich im Vorsprung. Während die Polen aufgrund des Spielverlaufs deutlich leiser wurden, so war bei den Kroaten genau das Gegenteil der Fall. Scheinbar war bei unserer Truppe der EM-Titel schon im Kopf sicher, nur so war die Leitung zu erklären. Der Schwarzmarkt war bei diesen Spielen konstant bei um die 300 Euro, auch bei anderen Spielen in Österreich soll es ähnlich gewesen sein, wobei manche Verbände nicht alle Karten verkauft hatten und vor Ort welche rausgehauen haben und so den Schwarzmarkt etwas eingedämmt haben.

Nach dem Kroatien-Spiel ging es dann zum Nachtlager auf die andere Seite des Wörthersees, wo die Kollegen erneut ein Haus gemietet hatten wie weiland in Portugal. Als die ganzen Geschichten der Woche ausgetauscht und dabei einige Bier geleert wurden ging es sehr spät in die „Falle“. Wie man hörte war der eine oder andere Nachbar etwas verstört, das man auch morgens um 6.15 Uhr grillen kann, aber es schmeckt halt so gut ! Am nächsten Tag ging es zu einer kleinen Hopping-Tour gen Tschechien, um dann am Montag nach Wien zu reisen zum entscheidenden Spiel gegen Team Austria.

Angekommen am Wiener Praterstern war hier schon etwas mehr los, allerdings standen als Empfangskomitee ein paar rechte Kantschädel bereit, die Ihre Abneigung gegen den deutschen Nachbarn zum Ausdruck brachten. Die gleiche Kategorie war wohl auch abends in der Stadt für kleinere Auseinandersetzungen verantwortlich, am Stadion dann war es aber ziemlich ruhig. Auch hier wie bei anderen Spielen ein ordentlicher Promi-Aufmarsch, schön aber das diese Leute keine besonderen VIP-Karten bekamen und beim gemeinen Pöbel sitzen mussten. Im Stadion war schon etwas mehr Fußballstimmung zu hören, allerdings war der deutsche Support auch hier ziemlich eintönig, was aber auch an der Zusammenstellung des Fanbereichs lag. Seltsame Leute modisch mit schwarz-rot-gold bemalt, die sich wunderten, das man ihnen nur eine Hose zur Verfügung gestellt hat (ohne Worte). Andere waren vor dem Spiel so gut drauf, standen und tanzten im Block wie auf Drogen, nur um sich dann pünktlich zum Anpfiff setzen zu wollen und sich über andere Stehende zu beschweren. Bleibt doch einfach auf euren Campingplätzen und den Fanmeilen und überlasst die Karten denen, denen wirklich ihr Herzblut dranliegt ! Ganz beiläufig geht einem beim 10. Mal Mexiko das Lied auch schon auf den Wecker... Hauptsache aber gewonnen, sportlich war die Vorrunde ok und insgesamt die Fußballqualität in Ordnung. Fanmäßig kann man das mit Ligafußball aber keinesfalls vergleichen. Eins noch zum Schluss: Liebe Ösis, bleibt bei dem was Ihr könnt, Fußball ist kein Wintersport und überlasst das runde Leder denen, die sich damit auskennen.

EM 2008 – Showdown in Wien

Nach der Vorrunde war der Hunger am EM live vor Ort eigentlich gestillt und sollte lediglich noch weiter zuhause in netter Gesellschaft von Grillwurst und gekühltem Bier verfolgt werden. Als unser Öri von der KOS mich Donnerstag vorher anrief und mir eine Endspielkarte offerierte wurde nicht lange gefackelt und zugesagt. In Zeiten von Optionsscheinen und Eintrittskarten als Kapitalanlagen muss man flexibel sein. Schnell noch die Daten geschickt und genüsslich im Bürostuhl zurückgelehnt, da begann das eigentlich Problem. Wie hinkommen ? Wien ist ja nicht unbedingt um die Ecke und günstige Reisemöglichkeiten waren eigentlich alle ausgebucht. Die Wahl fiel dann nach einigen Telefonaten auf 2 Angebote der Mitfahrgelegenheit und für den Rückweg direkt nach dem Spiel mit nem Kumpel, da ich am Tag danach arbeiten musste. Ein Lustspiel in 4 Akten....

1. Akt: Samstag vor dem Spiel, 16.20 Uhr HBF Frankfurt, Gleis 7. Mit dem Eis in der Hand und dem Rucksack auf den Schultern sollte ich mich mit einigen Leuten treffen und mir ein Schönes-WE-Ticket nach Nürnberg teilen. Ein paar Leute lungerten am Gleis rum, die erste Dame gefragt, ob ich hier bei der richtigen Reisegruppe bin. Große Augen, wortloses Staunen. Die Dame dreht sich rum und geht weg. Mundgeruch ? Nicht das ich wüsste. Die 2. Dame gefragt, da war ich dann richtig. Auf in den Zug, sie wollte gleich nachkommen weil sie noch auf jemand wartet. Kurz vor Abfahrt kam sie dann ins Abteil und hatte im Schlepptau die 1. Dame, die ich am Gleis gefragt hatte. Super, eine Amerikanerin ohne Deutschkenntnisse, konnte ja keiner wissen.. Leichter Smalltalk, trotzdem komische Leute. Umsteigezeit in Würzburg normal 20 Minuten, die trotz Baustelle unterwegs laut Schaffner in jedem Fall reichen. In Würzburg waren es dann doch nur noch 2 Minuten um in den völlig überfüllten Zug nach Nürnberg zu kommen. Dort dann der Hauptgewinn, im einzigen Abteil mit wenigen freien Sitzen eine Reisegruppe älterer Menschen deutlich jenseits der 50 und mit einem Alkoholpegel, der nicht mehr gesund sein kann. In Fürth entsorgten sich die trinkfesten Rentner, kurz danach war dann Nürnberg erreicht.

2. Akt: HBF Nürnberg Südausgang, 20.30 Uhr Mitfahrgelegenheit Richtung Wien. Eine halbe Stunde vor Abfahrt am Treffpunkt lese ich in meinem Buch und beobachte eine junge Dame auf der anderen Straßenseite, die mit Backpacker-Rucksack und Tasche ungefähr noch mal das gleiche ihres Körpergewichtes als Gepäck dabei hat. Daneben kramte sie die ganze Zeit in ihrer Tasche nach Essen und zog immer wieder andere Kostbarkeiten ans Tageslicht. Auf einmal brüllt mich diese Dame von der anderen Seite an. Da ich mir nicht bewusst war, irgendetwas unsittliches getan zu haben ging ich ihr entgegen um sie besser zu verstehen und hörte: „sie kommen gleich!“. Wer ? Die Polizei, die Weight Watchers oder der heilige Geist ? Nein, unser Fahrer, denn offensichtlich waren wir mit dem gleichen Fahrer verabredet. Na super, gleich wurde mir die pizzaverschmierte Pranke entgegenstreckt: „Hallo, ich bin Schanett“. Kurz danach kam auch der Fahrer mit seiner Freundin in einem Mietwagen angerollt, einem Mini Cooper. Wer das Auto nicht kennt: fährt man mit 4 Leuten, die jeder nur 1,30 m groß sind ist der Wagen sicher angenehm. Dazu geht mit Mühe mal ein Koffer und eine Tasche in den Kofferraum. Das Verstauen des Gepäcks von 4 Leuten war dann eine Meisterleistung mit dem Resultat, das die Sicht nach hinten nicht mehr vorhanden war und die Schminktasche der Fahrer-Freundin zwischen die Kopfstützen eingeklemmt wurde. Schanett und ich mussten Zwangskuscheln auf der Rückbank und hatten beide noch einen Rucksack auf dem Schoß. Meine Kuschelpartnerin fühlte sich gleich heimisch und gab kurz nach der Abfahrt schon ein wohliges Schlafgrunzen von sich. Da mein mp3-Player-Akku nach 5 Minuten schon das Zeitliche segnete war ich aufgeschmissen, jedoch konnte man sich mit dem Fahrerpärchen ganz gut unterhalten. Dem Fahrer war die Mietkarre etwas peinlich, besonders als ich bei der 2. Pause dank eines Mörderkrampfes nur mit einiger Mühe aus dem Auto kam. Um 1.30 Uhr waren wir endlich in Wien. Nicht nur die Gestalten an der Trinkhalle wunderten sich über meine gymnastischen Übungen am Taxistand.

3. Akt: Wien. Mit der Reisegruppe Portugal war ich dann verabredet an der Pension, wo mir in Michels Zimmer Asyl gewährt wurde, vielen Dank dafür noch mal ! Mit dem Taxifahrer konnte man super labern über Fußball und den Weltfrieden und an der Pension traf man gleich auf die anderen, die eben von der Kneipentour zurückkamen mit dem einen oder anderen alkoholischen Ausfall. Problem war jetzt nur, das Michel schon auf dem Zimmer war und niemand genau seine Nummer wusste, was überwiegend am Alkoholgenuß lag. Von Nr. 1 bis Nr. 10 war alles vertreten, glücklicherweise war gleich der erste Versuch ein Treffer und nach kurzer Babbelei ging es in die Heia und am nächsten Morgen mit der ganzen Mannschaft zum Frühstück. Auch hier war man wieder einmal verwundert, dass die Euro hier vielen am Allerwertesten vorbeigeht. Die Worte der Bedienung: „Ich bin alleine, kann etwas dauern“ hörte man öfters. Gegen Mittag ging es dann in die Stadt zum Karte abholen, gleichzeitig traf man dann noch das eine oder andere Frankfurter Gesicht, so dass der Tag recht kurzweilig verlief. Der Tag der Schwarzmarkt-Mafia verlief wohl auch recht gediegen, auch wenn die Preise nicht so hoch wie erwartet waren. Nach und nach traf sich alles im Prater, der dann auch fest in deutscher Hand war, nur vereinzelt konnte man Spanier ausmachen. Im Stadion war man ebenso deutlich in der Überzahl, es blieb in und ums Stadion auch alles friedlich. Das Ernst-Happel-Stadion hatte sich zum Showdown ordentlich herausgeputzt, nur schade das unsere Truppe im Finale nicht in der Lage war eine vernünftige Leistung abzuliefern, die Spanier waren leider einfach besser.

4. Akt: Rückfahrt. Direkt nach der Schlussfeier ging es zum Auto, Firmenwagen vom Freund eines Freundes, Sprit für umme. Schade, das die Jungs erst so spät nach Wien gefahren sind, im Vergleich zur Hinfahrt im Mini hätte ich nun im Fußraum Samba tanzen können. Bis zum ersten Fahrerwechsel ging es ganz gediegen, kurz nach der Grenze bin ich eingeschlafen, das Navi gab als Ankunftszeit 6.45 Uhr aus. Als ich zwischen Würzburg und Nürnberg wieder wach wurde, war die Ankunftszeit auf einmal bei 6.10 Uhr. Über die Gründe hüllte der Fahrer den Mantel des Schweigens, die Tachonadel soll wohl selten unter 200 gewesen sein.... So war ich dann nach kurzem Bettenstop zuhause mehr oder weniger fit gegen 11 Uhr auf der Arbeit.

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Aktualisiert am  
 
13.07.2017
 
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