Navigation  
  Home
  News
  Termine
  Wir über uns
  Adlergehege Fasanerie
  Ehrenmitglieder
  Spielberichte
  => Saison 2012-2013
  => Saison 2011-2012
  => Türkei - Spezial 2011
  => Saison 2010-2011
  => Kasachstan - Spezial 2010
  => WM 2010 - Spezial
  => Vietnam - Spezial 2010
  => Saison 2009-2010
  => Südamerika-Spezial
  => Saison 2008/2009
  => Moskau - Spezial
  => EM 08 - Spezial
  => Saison 2007/2008
  => Saison 2006/2007
  => WM 06-Spezial
  => Saison 2005/2006
  => Saison 2004/2005
  => EM 04-Spezial
  => Saison 2003/2004
  Klamotten
  Statistik WH-Open
  Foto-Galerie
  Video-Archiv
  Kontakt
  Gästebuch
  Links
Saison 2008/2009

Saison 2008/2009

 

16.05.2009 VfL Bochum - SGE 2:0 (Ruhrstadion, 30.420 Zuschauer)

Endlich ist es vorbei. Der siebte Potter-Band war der letzte, ist übersetzt, alle Rätsel sind gelöst. Spannung is over, es ist wieder Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. Was, so groß sind die Kinder schon geworden ? Alles in allem ist es zwar ein Ende mit zahlreichen Schrecken (und ich meine hier nicht die Toten, sondern die Versöhnungen schlimmster amerikanischer Art obwohl die Autorin doch Engländerin ist), aber höchst spannend ist es allemal. Dass Snape sich als "Guter" entpuppt war ja fast zu erwarten, dass jedoch Dudley, Kreacher und Percy plötzlich nett sind und alle sich lieb haben ist die unerträgliche Seite des Buches. Es wird hier jedoch keine Buchkritik, nein, es geht um das Prinzip. Um den Potter. Seine Welt. Ich muss zunächst gestehen, dass meine Mittel zu bescheiden waren, um darüber lustige oder vielleicht sogar satirische Anmerkungen zu verfassen. Deshalb sollen das andere für mich erledigen. Ich habe beim Lesen leider Gehirnbrand gekriegt. Bin daher etwas durcheinander.

Es war nicht die katholische Kirche, die in den Kreuzzügen versucht hat, die Erde zu knechten. Es war nicht die katholische Kirche, die Frauen als angebliche Hexen verbrannt hat. Beethovens Mutter wurde nicht aus purer Missgunst zur Hexe erklärt. Es waren nicht überwiegend katholisch geprägte Gegenden, in denen die NSDAP besonders fest verwurzelt war. Harry Potter ist kein völlig fiktiver Roman sondern eine autobiographische Anleitung zum satanischen Ausrotten der Menschheit. Alle Harry-Potter-Fans sind okkulte Antichristen, die jeden Tag mit Tischrücken versuchen, alle Erdenbürger zu unterdrücken. Es war nicht unsere Truppe die ohne Kampfeswillen nach der Bremen-Klatsche eine neue indiskutable Leistung abgeliefert hat. Es war nicht die Eintracht, die quasi ohne Torchancen durchs Spiel gekommen ist. Es war nicht der Torwart unserer SGE, der ein ähnliches Ergebnis wie letzten Mittwoch verhindert hat. Unsere Truppe hat sich mit einem wahren Feuerwerk den Klassenerhalt redlich verdient. Und dazu kann man bei der ganzen Tour auch als kurzfristiger Mitfahrer in anderen Autos relativ viel Freude haben. So ein chinesisches Megabuffet muß ja nicht jeden Tag sein. Wer mag schon Schokoeis mit Pilzen ?

Und die Erde ist eine Scheibe.


09.05.2009 Hannover 96 - SGE 1:1 (Niedersachsenstadion, 44.855 Zuschauer)

Wer von euch kennt nicht Prince of Persia ? Das Computerspiel, ein Action-Adventure vom Ende der 80er. Es setzte neue Maßstäbe bei Animationen und der Erfinder hat viele Stunden Filmaufnahmen studiert um die Bewegungen möglichst real wirken zu lassen. Das Aussehen, die Laune und selbst der Charakter des Titelhelden, des Prinzen variieren in allen Spielen. Doch das Ausschlagebenste seiner Persönlichkeit wurde dem Prinzen bisher in allen Spielen verwehrt: ein Name. Selbstverständlich ist und bleibt er meist der Prinz von Persien, womit ihn einige Nebenfiguren auch ansprechen, doch niemals stellt er sich mit seinem Vornamen vor. Nennen wir ihn einfach mal Mehdi.

Ihm geht es bei den Spielen letztendlich immer nur darum, das Böse zu besiegen und eine oder mehrere Frauen zu retten. Das mit den Frauen hat ja ganz gut geklappt, sei es eine Prinzessin die vom bösen Wesir gefangen gehalten wird oder damals in Hamburg als er es ja immerhin geschafft hat 2 Frauen gleichzeitig zu beglücken, ohne das diese voneinander wussten. Das mit dem Bösen ist so eine Sache. Mit dem Wesir Jaffar und der Befreiung von Persien hat das noch ganz gut geklappt, auch mit dem König Assan. Aber an der Abwehr von Hannover 96 ist er kläglich gescheitert. Dort wurde ihm der Sieg auf dem Silbertablett serviert, allerdings hatte er wohl beschlossen, den Gegner aus Hannover von seinem schrecklichen Schicksal zu retten und ihm noch eine Chance zu gewähren. Vielleicht hat er auch beim Eindringen in den Hannoveraner Strafraum einfach nur Angst, dass in der nächsten Woche jemand anders seinen Platz einnimmt und er wieder in den Kerker des Waldstadions zurückkehren muß.

Trotz unseres persischen Prinzen, konnte man mit dem Spiel hochzufrieden sein, auch wenn man zu wenig Punkte mitgenommen hat. Auf dem Rückweg gab es am Abend noch eine weitere Begegnung aus 1001 Nacht. Was zu viel vergorenes Obst aus einem Menschen machen kann, ist manchmal schon verwunderlich. So wurde uns glaubhaft versichert, dass unsere Mannschaft auch von der Grippeepidemie befallen wurde und deshalb den Sieg verpasst hat. Allerdings nicht von der Schweinegrippe, sondern von der ungleich gefährlicheren Maikäfergrippe, der Eichhörnchengrippe oder der Rammlergrippe. Da hilft nur noch eins: schnellstens zurück in die Heimat zur Untersuchung ins Roland-Koch-Institut...


25.04.2009 VfB Stuttgart - SGE 2:0 (GDS, 55.000 Zuschauer)

Der Mensch und selbstverständlich auch der gewöhnliche Fußball-Fan lässt sich gern von dem drangvollen Grünen in der Natur anstecken, er kleidet sich in allerlei farbenfrohe frische Gewänder und die Allergiker wissen, jetzt heißt es Masken tragen, ABC-Schutzmasken gegen den unerwünschten Pollenflug. Sogar im Fernsehen konnte man sie bewundern, unter Schutzmasken und in olivgrün berichteten sie davon, dass der Frühling ausgebrochen ist, heftig und in seiner ganzen Urgewalt. In manchen Ländern scheint man das Fest des Frühlings allerdings ein wenig zu übertreiben, mit Böllerschüssen und allerlei sonstigen Explosivkörpern hantieren sie leichtsinnig auch in bewohnten Gegenden und natürlich gibt es da auch ernst warnende Stimmen.

Auch in Stuttgart gab es diese ernst warnenden Stimmen. Wie in den letzten Jahren schon öfters durften wir zum Frühlingsfest in der Hauptstadt Baden-Württembergs antreten. Aber die ernst warnenden Stimmen waren nicht freundlich zu uns, denn auf dem Fest konnte man sich nicht frei bewegen auch ohne Böller und Explosivkörper und durfte nur in vorgegebene Richtungen laufen. Schön, wie die Stuttgarter Behörden ihre Finanzkraft in uniformiertes Personal investiert hat, amüsant zu beobachten wofür Geld und Personalzeit da ist, auch weil Stuttgart ja jetzt Umweltzone ist und der eine oder andere gebraucht wird um auf vorbeifahrende Autos zu starren. In dieser Zone gilt scheinbar mindestens Alarmstufe Gelb vor einem möglichen biologischen Terroranschlag. Immer wieder. Nicht ganz so amüsant ist die schon standardisierte Meinungsmache von sogenannten Umweltverbänden, die jeden der diesen Plakettenwahn in Frage stellt, verbal in Richtung Umweltschwein stellt. Mit dem großen Argument die Welt zu retten ist es einfach, ganz ungestraft die große, kritiklose Bio-Stammtisch-Keule der persönlichen Beleidigung zu schwingen. Nur: dummes Gegröle geht dem zwangsverpflichteten Zuhörer immer auf die Nerven, egal zu welchem Thema oder aus welcher Ecke es kommt.

Auch heute konnte man das Anti-Funkel-und-alle-sind-so-ungerecht-zu-Caio-Gegröle wieder hören. Einfach nur noch unsäglich, wenn reihenweise Leute im eigenen Block die Augen vor der Realität verschließen und damit Meinung machen. Als selbst zwangsverpflichteter SGE-Anhänger kann ich manchmal gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte. Über die Leistung kann man wenig meckern, der VfB hat derzeit einen Lauf, Gomez trifft wieder und unsere Jungs schienen vor dem Spiel schon wieder vom Gegner so beeindruckt gewesen zu sein wie Rocky, als er damals erfahren hat, das er in der UdSSR gegen Ivan Drago boxen musste. Ich würde mir wünschen, dass mal über einen längeren Zeitraum der ganze Kader zur Verfügung steht, damit man mal sehen kann zu was die Mannschaft wirklich in der Lage ist.


11.04.2009 Bayern München - SGE 4:0 (Arena Fröttmaning, 69.000 Zuschauer)

Ja, der schönste Ort auf der ganzen Welt, das ist dieser Tage wieder einmal München: Die Mass liegt gut in der Hand. Ein ganz, ein prächtiges Plug-in quasi. Und viele fröhliche Menschen halten sich daran fest. Wiesn heißt das hier oder einfach nur Auswärtsspiel. Da sieht man auch, dass Bayern fast so ist, wie es die Staatsregierung sagt: Laptops gibt's zwar kaum auf der Theresienwiese. Aber mit Handy und Lederhose sind die Leute hier unterwegs: Statt des Hirschfängers steckt das Mobiltelefon in der Außentasche am Oberschenkel.

Auch bei den Fußballern gab’s ja einiges neues in letzter Zeit. Kinder, Kinder, wer redet denn hier noch von Sport ? Olympia gilt als politische Angelegenheit und Fußball als Religionsersatz. Jetzt erst recht: Seit Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann auf dem Trainingsgelände Buddha-Figuren aufstellen ließ, diskutierte die Nation: Werden die Münchner in der Bundesliga endlich in knöchellangen orangefarbenen Kutten antreten? Werden sie etwas darunter tragen ? Kann auf das Flutlicht verzichtet werden ? Orange symbolisiert schließlich die höchste Stufe der Erleuchtung. Kaum ein Verein verkörpert wie die Bayern das Samsara, den ewigen Kreislauf von großen Sprüchen vor einer Saison, vorzeitigem Ausscheiden in der Champions League und großen Sprüchen vor der nächsten Saison. Dennoch mahnte ein CSU-Politiker bereits vor Wochen, Klinsmann möge den Spielern nicht seine religiösen Gefühle "aufzwingen". Welche denn sonst ? Die von der CSU ? Kriegt das Christentum denn nie genug ? Auf die Passionsgeschichte verweist doch schon die Stoßgebetsformel: "Unfassbar ! Er nagelt ihn aus zehn Metern Entfernung gegen das Lattenkreuz." Der traditionelle Islam kommt ja als Scherzobjekt seit der Mohammed-Karikaturen leider nicht infrage. Dabei hätte diese Religion wenigstens den Vorteil, dass das ganze Geblubber um die schönste Spielerfrau im Stadion nicht mehr stattfinden dürfte. Eher ließe sich diskutieren, ob der Hinduismus die bessere Wahl gewesen wäre, zumal nach dem Abschied von Oliver Kahn. Der Gott Shiva hat acht Arme und ein drittes Auge für die Strafraumbeherrschung. Und ein Hindu-Trainer wird nach drei Niederlagen nicht gefeuert, sondern für ein weiteres Match zur heiligen Kuh ernannt. Gerade jetzt brandaktuell, allerdings werden Stoßgebete heute nur von uns ausgestoßen...

Nach dem Klamauk-Fußball und der Blamage in Barcelona war heute eigentlich nur die Frage nach der Höhe der Niederlage. Links anstellen, jeder nur ein Kreuz und fertigmachen zur Kreuzigung... Gut man hätte sich natürlich etwas wehren können, allerdings wäre das heute mit den Ausfällen wohl auch nur lebensverlängernd gewesen wie bei einem Hirntoten, so ähnlich hat unsere Truppe auch gespielt. Na ja, haben wir irgendwie alle geahnt, so konnte man sich mit dem wichtigen Teil des Osterwochenendes beschäftigen, denn das hielt noch einige Leckerbissen im tschechischen Fußball bereit inklusive eines Klobasa-Contests, der von eurem Schreiberling unter tosendem Applaus gewonnen und der bisherige Rekord pulverisiert wurde...


21.03.2009  Bayer Leverkusen - SGE 1:1 (LTU-Arena Düsseldorf, 32.000 Zuschauer)

Da müssen die Pillendreher also in der Rückrunde in einem anderen Stadion antreten, weil die Baukarawane die Haberland-Kampfbahn sonst für die neue Saison nicht rechtzeitig hinbekommt. Man gewöhnt sich ja schnell dran, plötzlich in einem anderen Stadion anzutreten, weil ja viele heutzutage den Namen öfters wechseln wie ich meine Stimmung an einem normalen Arbeitstag. Aber der Umzug wegen Umbau ist doch eher selten.

Nach Düsseldorf geht’s also. Wer in diesen Tagen durch die Düsseldorfer Innenstadt läuft, dem fallen Riesenposter auf, die mit flotten Sprüchen Werbung für das Bayer-Gastspiel in Düsseldorf machen. "Ein Weltmeister in Düsseldorf" ist neben dem Konterfei von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler zu lesen. Oder Stürmer Kießling kündigt hoch oben an der Häuserwand gar eine "Sturmwarnung für Düsseldorf" an. Mindestens acht Bundesligaspiele werden die Leverkusener in der Landeshauptstadt bestreiten, ganz schön dicke Lippe. Zumal es sportlich im neuen Domizil auch eher suboptimal läuft, da wurde es Zeit mal wieder auswärts bei Bayer was zu holen. In großer Zahl ging es an den Rhein, auch der EFC hatte zum ersten Mal in der Geschichte einen eigenen Bus gechartert und war in stattlicher Zahl vor Ort. Gespannt konnte man auch sein, was die UF heute fabriziert, denn die KSC-Nachwehen waren immer noch präsent. Allerdings gehören Spiele gegen Bayer ja zu den brisanteren wegen deren Freundschaft zu Kickers Bieber. Zu sehen gab’s in jedem Fall eine mehr als ordentliche Leistung auf dem Rasen, zumindest das was ich mit meiner Bindehautentzündung sehen konnte. Tja, das Leben ist hart und die Brötchen hier im Stadion auch, aber der Sieg wäre für uns definitiv verdient gewesen. Lächerlich fand ich den Auftritt der UF in der 2. Halbzeit, entweder ich bin konsequent und boykottiere oder lasse es bleiben. Der Aufzug hinter dem Banner und das Dissen der supportwilligen war jedenfalls völlig daneben. Nach dem Spiel ging es dann ohne EFC-Begleitung noch in die Altstadt, die allerdings von einer großen Anzahl von Mitgliedern des Team Green bevölkert war. So kam es dann wie es kommen musste, da wurden von einigen unserer Frankfurter irgendwelche Pseudo-Lauf-Spiele inszeniert, Fantasie-Gegner ausgemacht und es schepperte heftig, so dass eine Kneipe den Betrieb schneller einstellen musste als geplant. Gegen spät ging’s dann zum letzten Mal ins Kölner Nachtlager und mit einem ordentlichen Frühstück zurück in die Heimat.

Passend zu dem Stadionwirrwarr wird der Stadionname im Juli in Düsseldorf wieder anders, aus LTU wird Esprit, wie Raider und Twix, sonst ändert sich nix. Wahrscheinlich wurde mit den Frauen eine neue Zielgruppe ausgemacht, vielleicht geht’s dann nachdem Spiel noch zum Shoppingevent im Outlet nebenan...


08.03.2009 Arminia Bielefeld – SGE 0:0 (Auf der Alm, 27.623 Zuschauer)

Der Schweiß läuft ihm über die Stirn. Es steht 2:1 für die Fürsten der Finsternis, obwohl sein Team viel besser spielt. Viel ansehnlicher und vor allem fairer. Er geht ein paar Schritte rückwärts und bleibt dann stehen. In der Höhe des Mittelkreises erkämpft sich Caio den Ball und spielt steil auf Nikos. Der übernimmt den Ball, geht drei, vier Schritte und passt flach in die Mitte auf Martin, der den Ball stoppt und abzieht.......leider fliegt der Ball am Tor vorbei. „Scheiße“ ruft der Trainer vom Spielfeldrand, „das war scheiße, Martin !“

Es wird weitergespielt. Fink erkämpft sich den Ball vor ihrem Strafraum und setzt sich gegen einen Gegner durch, legt sich noch mal vor und...will schießen, aber ein gegnerischer Spieler stößt ihm den Ellebogen in den Magen, so dass er sich vor Schmerzen krümmt und aus dem Gleichgewicht gerät. Eigentlich hätte es Elfmeter geben müssen, aber der Schiedsrichter entscheidet auf Abstoß. Wenig später ist das Spiel zu Ende und er geht mit seinen Mannschaftskameraden zu den gegnerischen Spielern, um Ihnen zu gratulieren. Sie haben sich vor ihrer Fankurve positioniert und feiern ihren Sieg ausgelassen. Hier herrscht ein Kreischen und ein Brüllen. Viele ihrer Fans haben sich die T-Shirts ausgezogen und wedeln damit wild über ihren Köpfen herum. Die Damen sind leicht bekleidet, manche tragen sogar nur noch BHs. Als er das sieht bedeckt er unwillkürlich die Augen mit seiner Hand, einige seiner Mitspieler tun es ihm nach. Als sie den gegnerischen Spielern gratulieren wollen, werden sie von Ihnen ausgelacht. Die Fürsten der Finsternis rufen Ihnen zu, dass sie mit Verlierern nichts zu tun haben wollen und dass sie lieber Land gewinnen sollten, weil Verlieren ansteckend sei. Unschlüssig steht er mit einigen seiner Mitspieler noch kurz herum und geht mit Ihnen dann zu seiner Fankurve um sich bei seinen Fans zu bedanken. Ihre Fans haben still auf sie gewartet und klatschen höflich Beifall, als sie zu Ihnen kommen und Ihnen zuwinken. Die Kameraansicht wechselt in die Vogelperspektive. Dann wird der Bildschirm milchig weiß und die Statistikauswertungen werden eingeblendet:

Fouls: weiße Engel: 0
Fürsten der Finsternis: 37
Ballbesitz: weiße Engel 63 %
Fürsten der Finsternis: 37 %
Tore: weiße Engel: 1
Fürsten der Finsternis: 2

Gedanklich hämmere ich in meiner Lethargie auf die Escape-Taste, damit die Statistikauswertung endlich ausgeblendet wird. Auch das freudige Grinsen von Satan, meinem Gegenüber, ignoriere ich. „Warum spielt meine Mannschaft auch immer so fair“, denke ich. Ja, alles schön nett und brav und der Gegner ist noch harmloser. Wenn allerdings so viele Leute ausfallen, das man alleine davon eine respektable Bundesliga-Mannschaft aufstellen könnte und dazu noch ein Spieler auf unserer Bank sitzt, von dem ich im ganzen Leben noch nix gehört habe, dann muß man zufrieden sein. Obwohl man von ihm sicher noch ne Menge hören wird... Spiel 1 ohne die UF, die wegen der Vereinsmaßnahmen nach der DFB-Strafe lieber zu den Amateuren gefahren ist. Wenn´s schee macht... trotzdem erstaunlich gute Stimmung, auch hier werden einige aus Ihrer Lethargie gerissen, die sich sonst immer blind wie die Lemminge auf ihre Vorturner am Zaun verlassen. Warum nicht immer so ? Mal schauen, wie lange das Spiel noch geht....


21.02.2009 Karlsruher SC – SGE 0:1 (Wildpark, 27.623 Zuschauer)

Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ... richtig: die fünfte Jahreszeit heißt Karneval! Bei diesem Stichwort denken die meisten Menschen sofort an schöne venezianische Masken oder an Rio de Janeiro und seine bunten Samba-Gruppen. Ihr wahrscheinlich auch, oder? Der Karneval (oder auch Fastnacht genannt) hat eine besonders lange Tradition. Das lateinische „carne vale“ bedeutet soviel wie "Abschied vom Fleisch", also in dieser Beziehung kann ich zumindest schon mal nicht von einem „Feier“tag sprechen.

Der Name Karneval taucht in den Kölner Stadtakten erstmals 1780 auf, seit 1823 gab es ein Festordnendes Komitee, welches das närrische und ausgelassene Treiben ordnete und dem Ganzen wieder Würde und Herrlichkeit verlieh. Man feierte unter anderem einen allgemeinen Maskenumzug, der als erster Rosenmontagszug in die Geschichte einging. Mittelpunkt des Ganzen wurde der „Held Karneval“ (später Prinz), der als Personifizierung  des Karnevals über die Narren herrschte. Die Pritsche des Prinzen geht auf die germanische Fruchtbarkeitsrute (die ja bis heute ihre Wirkung nicht verfehlt, wie man desöfteren neun Monate nach Beendigung der Abschiedsfeier vom Fleisch sieht) zurück. Ihm wurden Bauer und Jungfrau als närrisches Dreigestirn zur Seite gestellt. Die frühen römischen Götterverehrungen und Winter-Austreibungen gelten als Vorläufer fastnachtlicher Freuden und närrischer Ausgelassenheit. Am Aschermittwoch begann die strenge vierzigtägige Fastenzeit, die Bürger durften noch mal vor der anbrechenden Fastenzeit gut essen, trinken, tanzen und lustig sein. Schon damals fanden an allen Fastnachtstagen Bälle statt und die Schank- und Gasthäuser hatten Tag und Nacht geöffnet und die Straßen waren angefüllt mit fröhlichen und jubelnden Menschen, die scherzhaft Szenen darstellten. An allen närrischen Tagen finden fast überall Umzüge statt, buntgeschmückte Wagen und kostümierte Gruppen ziehen durch die Straßen und bringen Blumen und Süßigkeiten unter die Zuschauer. Aschermittwoch wird zum Ende der närrischen Zeit eine Puppe (Nubbel) verbrannt. Diese Puppe ist für alle schlechten Taten über Karneval verantwortlich.

In der Session dieses Jahr hat unser Karneval-Club UF zu orangener Kostümierung aufgerufen und wollte für ein besonders ausgelassenes Treiben sorgen, was anfangs der 2. Halbzeit beim Umzug in Karlsruhe auch bestens gelang. Die Darstellung der Götterverehrungen und Winteraustreibungen war weithin zu sehen, nur ob man damit den Teufel des modernen Fußballs austreiben konnte, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall war schnell Aschermittwoch, früher als sonst und die Freude über den 1. Sieg nach längerer Zeit fiel etwas dünner aus. Natürlich fühlte sich der KCUF wieder mal missverstanden, ist jetzt bockig und will nicht mehr mitmachen. Helau !


31.01.2009 Hertha BSC – SGE 2:1 (Olympiastadion, 39.847 Zuschauer)

Zum 3.Mal in Folge stand das Berlin-Spiel im Winter an und nicht nur deshalb war die Zahl der Mitreisenden äußerst überschaubar, um genau zu sein konnte nur Heiko dazu bewegt werden. Die Anreise erfolgte dieses Mal ganz dekadent mit dem Flieger, was mit etwas Glück und früher Buchung recht günstig wurde. Nachdem die irische Harfe nun sogar innerdeutsche Flüge anbietet, kann so ein Trip weniger kosten als ein Taxi von der Stammkneipe nach Hause.

Da Heiko eine andere Verbindung ausgewählt hatte, musste am frühen Morgen noch etwas Zeit rumgebracht werden, was lag da näher als ein ordentliches Frühstück, auch wenn die Gemütlichkeit dank einiger Adler mit Megaphon um halb9 etwas beeinträchtigt war. Ein fast normales Frühstück an einem Samstag morgen mit frischem Kaffee und Brötchen. Zeit genug, einmal die Sinne schweifen zu lassen. Was denkt sich eigentlich ein Brötchen am Frühstückstisch? Liegt es teilnahmslos in seinem Korb, während draußen das Leben rasend an ihm vorbeizieht? Mitnichten. Ein Brötchen lebt in ständiger Angst vor dem Gegessenwerden. Es sieht immer wieder große Hände auf sich zukommen und freut sich, wenn die Hände nach der Scheibe Brot greifen. Viele Brötchen werden barbarisch mit stumpfen Messern aufgeschnitten oder gleich ganz aufgerissen und dann als Höchststrafe mit drittklassiger Nuß-Nougat-Creme bestrichen und von ungepflegten Zähnen zerkaut. An Abartigkeit nicht mehr zu überbieten sind in brühend heißem Kaffee getunkte Brötchen. Viele mussten schon in jungen Jahren mitansehen, wie Ihre Freunde schnell aus dem Korb verschwinden und nie wieder gesehen waren. Manche Brötchen freuen sich zu früh, wenn sie längere Zeit keine greifenden Hände mehr gesehen haben, dann aber geht’s schnell wieder zurück in die Brötchentüte. Der Aufprall tut weh, viele Stunden vergehen und das Brötchen wird härter und härter bis zur schlimmsten Atemnot. Bis es doch noch aus der Tüte geholt wird. Puh, fast erstickt, bis es dann doch das Messer auf sich zukommen sieht und weiß, das nun unausweichlich das letzte Stündlein geschlagen hat.

Man macht sich in ruhigen Minuten viele Gedanken über das Unausweichliche, irgendwann wurde ich dann von Heiko aus dieser Phase befreit, der seinerseits erst mal frühstücken wollte, na dann... Genauso unausweichlich ließen wir wieder die Punkte bei einer besser postierten Mannschaft liegen und ich kann nicht verstehen, warum wir immer die Rolle des Brötchens haben. Gerne leisten wir ja Aufbauhilfe, auch die gescheiterte Diva Pantelic konnte fest auf uns zählen und macht 2 Buden. Von den Rängen gab es auch nix besonderes zu berichten, außer das man schon mal Grüße an die mit den Berlinern befreundeten Karlsruher ausrichtete. Na ja, wenn man sonst nix zu tun hat.... Kamelle und Narhallamarsch !
 


13.12.2008 HSV - SGE 1:0 (Volksparkstadion, 55.274 Zuschauer)

Finale der Vorrunde in Hamburg, das schreit mal wieder nach einem längeren Aufenthalt, bei dem der Fußball traditionell im Hintergrund steht. Dank der Kontakte einer Freundin konnte eine ordentliche Unterkunft im Holiday Inn für sehr kleines Geld gebucht werden, das ließ die Vorfreude schon mal steigen. Dank guter Verkehrslage waren wir am Vortag früh vor Ort, so dass wir nach der Nahrungsaufnahme uns weiter auf die Suche nach der perfekten Verperlung begaben. Hierzu mussten wir aber nicht Dittsches Grillstation aufsuchen, sondern da reichte das Schweinske, ein kurzer Kiez-Besuch und die Tanke gegenüber. Die ersten Schwierigkeiten tauchten jedoch dann an der Zimmertür auf. Wenn man Übernachtungen an Flughäfen, auf Fußböden oder in der nobleren Variante Hostel gewohnt ist, bei denen es meist keine Schlüssel gibt, so hatten wir in dieser Sterneherberge auch keine. Es gab hier ganz tricky Karten, die man allerdings mit fast nichts zusammen aufbewahren darf, weil alles zur totalen Entladung führt. Da durfte man dann zum Empfang schlurfen und neben einer neuen Karte noch ein mitleidiges Lächeln mitnehmen. Auch die Betten waren ganz schön tricky, wenn man sich in einem unglücklichen Winkel auf die Matratze wirft, hängt man im nächsten Moment an der Wand nebenan, sogar ich... Ansonsten sehr geile Bude, die das Ausschlafen zum Genuss machte.

Gute Freunde kann niemand trennen, so ging es dann zum Spät-Frühstück wieder zum bekannten Schweinske, Jäger-Schwein, Kraft-Schwein oder auch Morgenschweinerei hießen die Trends des Tages, und dabei ging es keineswegs um zwischenmenschliche Gefühlsstörungen. Nachdem aber die Reisegruppe komplett war ging es dann schweren Herzens gesammelt zum Stadion. Was sollte man heute schon groß erwarten? Der HSV konnte sich vorne festsetzen und unsere letzten Auswärtsauftritte haben dem geneigten Eintracht-Fan schwerste Magengeschwüre verursacht. Trotzdem war der Gästebereich wieder sehr voll und im Heimbereich wurde für unsere Bremen-Geschädigten ein Solidaritätstransparent entrollt, kurz vor Weihnachten war also Zeit für große Gefühle. Das waren an sich auch die einzigen Gefühle heute, denn alles andere war dank der Kälte schon abgestorben. Erstaunlicherweise hat sich unsere Truppe ordentlich ins Zeug gelegt und leider nur wegen eines dummen Fehlers verloren. Ich kann jedenfalls auch trotz der Klatschen in Dortmund und auf dem Kampfstern nur den Hut vor der Mannschaft ziehen und hoffe, das an Weihnachten auch der eine oder andere Caio-Träumer mal den Weg zurück in die Realität findet.

Falls übrigens irgend jemand von euch in den nächsten Wochen mal in Hamburg vorbeischaut, dann nutzt in jedem Fall die Gastronomie-Tipps eures Hopp-Hard-Lifestyle-Magazins, beim Kauf von 10 Heften gibt’s ne Curryworscht bei Pyradonis umsonst...


29.11.2008 Werder Bremen - SGE 5:0 (Weserstadion)

Über Jahrzehnte fielen Auswärtsfahrten nach Bremen lediglich durch die hohe Anzahl an kurzfristigen Absagen der Mitreisenden auf. Mit voller Motivation war man nie so ganz bei der Sache, wenn es in die grün-weiße Metropole kurz vor Ostfriesland ging. Öde, Langweilig und Bieder waren Jahrzehntelang die Hauptattraktionen an der Weser. Einhellige Meinung bis dato. Man fährt 6 Stunden hin, lässt drei Punkte und fährt 6 Stunden zurück. Prädikat: Besonders wertlos. Doch seit 2 Jährchen ist das vorbei. Mitten in der Nacht setzte sich eine Karawane aus 6 Bussen in Bewegung mit dem Ziel, das morgendliche Steintor Viertel einzunehmen. Bis kurz vor Bremen (auch ohne Ortskenntnisse und Beschilderung weiß man Bescheid – einfach drauf achten, wenn die Kühe ansehnlicher werden als der Mensch, dann ist man fast da.) eine entspannte Reise, ehe am Wegesrand plötzlich ein dunkelblauer VW Bus mit zugezogenen knallbunten Gardinen im Fenster auftauchte. Erstaunlich wie perfekt getarnt hier agiert wird, blöde halt nur, wenn hinter dem Steuer ein Robocop in Uniform Platz nimmt. Als man gegen 9 Uhr das Stadtgebiet erreicht, ist die Fahrzeug Karawane auf mehr als das Doppelte angewachsen, überall im weiteren Straßenverlauf reihen sich weitere Sixpacks ein, man geleitet uns Richtung Stadion. Bei der nächstbesten Gelegenheit, einer schönen Fahrbahnverengung am Weserdamm, die vor allem die Mobilität der uns begleitenden  Kleintransporter beeinträchtigt, werden die Busse gestoppt und geschlossen verschwinden wir im Steintor Viertel. Die Helden in Uniform sind vom vorgelegten Tempo überrascht, kämpfen sich gerade hektisch in ihre Schildkrötenpanzer, da machen wir uns schon mal auf die Suche nach der Lokalität unseres Vertrauen. „Tschüßchen, wenn Ihr soweit seid, könnt Ihr ja  nachkommen.“ Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt fällt ein Kamera Team von Sat 1 auf, das dem Einsatzleiter Heinz-Jürgen Pusch (Foto dürfte beiliegen) nicht von der Seite weicht. Ungewöhnliche Medienpräsenz so früh am Morgen. Bremen befindet sich noch auf halbem Wege in Schlummerland. Nach gemütlichem Rundgang durch die Gemeinde, ein lautstarkes „Hurra, die Frankfurter sind da!“ verkündet unsere Ankunft und ein einzelner Böller verschreckt die friedliche Szenerie, erreichen wir mit dem „Haifischbecken“ die erste Lokalität nach unserem Gusto. Leider ist die Butze noch zu, weshalb man sich entschließt vor der Tür auf die Ladenöffnung zu warten. Team Green erhält ne klare Ansage („Aufmachen lassen. Es dürstet uns !“), hält sich aber nicht dran, lässt stattdessen die Straße sperren und kesselt den geschätzten 250 Mann Mob ein. Begründung: „Müssen uns erstmal überlegen, was wir mit Euch anstellen.“ – Stimmung ist gut, auf beiden Seiten des Kessels wird geflachst, Humor ist wenn man trotzdem lacht. Viertelstunde später knackige Lautsprecherdurchsage: „Da wir davon ausgehen müssen, dass Sie Straftaten begehen wollen greift die Gefahr-in-Verzug Verordnung und sie werden nach und nach ins Polizeigewahrsam überführt.“ Schallendes Gelächter im Mob, ungläubige Blicke bei den Einsatzkräften, die in den kommenden Stunden nicht nur hinter vorgehaltener Hand sondern auch ganz offen und frei sehr interessante Ansichten über ihren Befehlsgeber herauslassen. „Mediengeiles Arschloch“ und „Wir dürfen den Scheiß jetzt ausbaden“ nur mal als kleine Schmankerl aufgeführt. Die Stimmung bei den 250 Terroristen (in den Medien gern für Sie auch als „Neonazis“ verkauft – Quelle Radio Bremen) bleibt gediegen, auch als tatsächlich nach und nach immer mehr Leute mit Kabelbindern abgeführt werden und in den Knastbussen verschwinden. Man wirft die menschliche Jukebox an und beschallt die Szenerie mit Gassenhauern und Evergreens. Von Bob Marleys Three little Birds (Don't worry 'bout a thing,
'Cause every little thing gonna be alright!") bis “Hol das Lasso raus” wird alles gespielt. Höhepunkt sicherlich Michael Jacksons “Heal the world”, womit dann auch die Cops sichtlich ihren Spaß haben (Kabelhalter Beppo zu Kollege Kameramann: „Hast Du das auf Film ?“). Da die Cops die Hauptstrasse durchs Viertel komplett blockieren, fährt leider für Stunden keine Straßenbahn mehr, unsereins nutzt die Zeit auf den Gleisen um mit Überraschung festzustellen, was man in der Kleinstadt so alles an verbotenen Substanzen und Gegenständen in der Fahrrinne vorfindet. Natürlich versuchte der Polizeibericht uns den ganzen Scheiß in die Schuhe schieben, nur um verzweifelt davon abzulenken, wie dramatisch die Drogenpolitik des Bremer Senats doch gescheitert ist… Die Schweren Kaliber wurden also nach und nach abtransportiert, die offizielle Kopfzahl lautet 238 Mann. Frauen und U18 tauchen in dieser Statistik gar nicht auf, wurden nach Personalienabgabe noch vor Ort entlassen und durften ihr Glück nun auf eigene Faust Richtung Stadion suchen. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass unsere Bremer Freunde wieder einmal den gesamten Tag über unsichtbar blieben, erst dann wie die Ratten aus ihren Kellern kamen, als der Mob abtransportiert war und es darum ging die einzelnen Versprengten abzuziehen. So durfte dann beinahe jeder in den Genuss einer kleineren Übermacht gekommen sein, ein paar Schals gingen verloren, im Großen und Ganzen undramatisch. Da aber noch weitere Autobesatzungen eingetroffen und auch vereinzelt bessere Jungs dem Kessel entgangen waren, mussten einige übereifrige Bremer Börberri-Kappen Träger Lehr- und Fersengeld zahlen. Euer beschissenes Spruchband (in etwa: zweihundertsounsoviel Festnahmen – Willkommen im Polizeistaat Bremen) könnt Ihr Euch in die Haare schmieren. Wer sich dem Mob nicht stellt, sich nur wie ein Aasgeier auf die Minderjährigen und Versprengten stürzt, braucht nicht mit Solibekundungen aufzuwarten. Mehr Zeilen werde ich der Invisible Youth und ihren Pseudo Ultra Teams nicht widmen. Kommen wir stattdessen zum gemütlichen Teil des Tages. Im Heck des Großraum Transporters Platz genommen, war ich fortan um eine Erkenntnis reicher. Wurden die ersten Festnahmen noch mit größtmöglicher Gründlichkeit durchgezogen, agierten die Power Rangers zunehmen lustloser. „Haben Sie irgendwelche Waffen, Drogen oder Spritzen dabei ?“ – „Kollege, ich hätte drei Stunden lang Zeit gehabt eine Atombombe in ihren Einzelteilen verschwinden zu lassen. Lernt Ihr eigentlich auch was auf Eurer Polizeischule ?“. Kabelbinder gab es nur noch für Auserwählte. Zellen im Großraum Bremen wurden übrigens zu einem begehrten Gut. Bei der Ankunft auf der Wache schießt mir ein hektischer Schreihals entgegen: „Keinen mehr zu uns ! Wir haben überhaupt keine Kapazität mehr.“. Das trifft sowohl auf die Unterbringungsmöglichkeiten, als auch auf die geistige Festplatte ihrer Betreiber zu. Bislang weder durchsucht, noch ED-behandelt nehme ich mein gekacheltes Reich ein. Musterhausambiente Typ Ausnüchterungszelle, konzipiert für zwei Personen, belegt mit einem guten Dutzend Stimmungskanonen. Da jeder noch über sein Handy verfügt, bestellt der Taunus Adler beim Pizza Lieferdienst umgehend 20 Pizzen für den „Ausstand von Wachtmeister Schulze“. Lieferadresse ist unser feudales Null Sterne Etablissement. Bis die Pizza kommt lohnt ein kurzer Anruf bei „110“. „Wir wurden entführt und werden jetzt in einem Kellerverließ festgehalten“, wird weinerlich die Situation beschrieben. „Wissen Sie denn in etwa wo sie sind ?“ will der Mensch von der Notruf Hotline wissen. „Na klar, Daniel von Büren Strasse!“ – „Das ist doch das Polizeirevier !“ – „Ja genau, Sie müssen unbedingt vorbei kommen und uns raus holen.…“ Für einen weiteren Anruf beim Schlüsseldienst blieb leider keine Zeit mehr, da nun die Prozedur der ED-Behandlung anberaumt war und dabei auch die Telefone eingezogen wurden. Ein gutes Stündchen später wird endlich die Pizza angeliefert und die Cops machen sich auf die Suche nach dem Übeltäter. Der Spaß wurde auch als solcher verstanden, die Cops zahlen die Zeche und verteilen die Pizza auf die Zellen. Dazu wurde ein leckeres Becherchen Leitungswasser gereicht. In der Folge beschäftigte sich jeder auf seine Weise, während in unserer Zelle Eintrittskarten Memory und Unterhosen Contest die Zeit vertrieb, andere die Zeit nutzten, um ein Remember Hans Martin Schleyer Foto zu arrangieren, hatten die Jungs in einem anderen Knast sogar Hofgang und konnten Tischtennis spielen. Großer Sport, wie er wohl zeitgleich von Frankfurter Seite auch im Stadion praktiziert wurde, denn leider standen den Ping Pong Größen sowohl Platte als auch Schläger, nur leider kein Ball zur Verfügung. Der war inzwischen zur Drogenaufbewahrung zweckentfremdet worden. Womit dann auch geklärt wäre, wie solche Sachen überhaupt in den Knast gelangen. Man nimmt sie einfach mit rein… Tja, selbst am schönsten Urlaubsort setzt irgendwann die Langeweile ein und gegen 18 Uhr packte ein Jeder seine Sachen und checkte aus. Mit dem Shuttle Bus ging es nun zum ersten Mal an diesem Tage ans Stadion, wo dann die Reisegruppen aus insgesamt 4 unterschiedlichen Vollzeitunterkünften wieder zusammen kamen. Einige hatte das begrenzte Angebot an Low Budget Herbergen in Bremen dazu verdonnert, den Tag im Gefängnisbus zu verbringen, aber jetzt wo vermeintlich alles ausgestanden war, durfte man noch mal gemeinschaftlich den Hintergrund für ein TV-Interview darstellen, das irgendein Fatzke für sein Kamera Team gab. 19 Uhr Abfahrt der Busse, natürlich im Konvoi und natürlich mit locker 30 Sixpacks im Schlepptau. Anstatt auf die Autobahn führt man uns in ein Industriegebiet wo eine Tankstelle komplett geräumt und von Hundertschaften aus Osnabrück, Oldenburg und Bremen gesichert wurde. Ein Aufmarsch wie einst zum Reichsparteitag stehen sie da Spalier, die schwarz uniformierten Ölgötzen und sichern die Businsassen vor zahllosen Groupies, die ringsherum auf ihre Handyfoto Chance lauern. Währenddessen werden die Fahrer zum Tanken genötigt, schließlich darf bis Frankfurt kein Halt mehr gemacht werden. Ein Truppenführer bekommt noch einen schönen Einlauf zum Thema „Ihr verschwendet hier unzählige Steuergelder, während unsere Leute in Afghanistan und im Irak verrecken, weil sie Eure Arbeit machen müssen.“ Hintergrund der ausgelassenen Ansprache unseres Offiziers an Bord ist die Tatsache, dass eigentliche Polizisten die Polizeieinheiten in den Krisengebieten ausbilden sollten, die Gewerkschaft der Polizei aber intervenierte und es somit jedem Cop freigestellt wird, sich dieser Gefahr auszusetzen oder im Land zu bleiben und weiter den harten Hund zu markieren. Die Rückfahrt war wieder eine Sache für sich. Das letzte Mal ein solches Blaulichtgewitter auf einer Bundesdeutschen Autobahn vor knapp zehn Jahren zur legendären Helga Hoeness Tour nach Bochum erlebt. Wenn man schon rund herum von zuckenden Blitzen in der Nacht behelligt wird, dann kann man auch die entsprechende Elektronische Musik dazu einspielen. Mp3-player angeschlossen und fertig war der Disco Bus. Mit Durchschnittstempo 70 (!!!) quälte man sich nun von Bundesland zu Bundesland, benötigte für die Heimreise geschlagene 9 Stunden. Lenkzeiten Regelung ? Außer Kraft gesetzt. Versuchte sich ein Bus der Begleitung zu Entziehen, wurde er überholt, abgedrängt und von Tempo 100 auf 50 ausgebremst. Freiheitsberaubung und Nötigung in Formvollendung. Höhepunkt der Reise war eine komplett geräumte (!!!) Raststätte Sauerland-West, die für die meisten nach einem Tag ohne Essen und Getränke in Windeseile ausgeräumt wurde. Unter den Augen der Beamten nimmt ein jeder was er braucht, ohne zu bezahlen. Eine stattlich geförderte Plünderungsaktion. Widerstand der Kassenbediensteten zwecklos. Wahnsinn was in diesem Staat im Namen der Sicherheit alles möglich ist…  Mittlerweile ist  sogar die Ernstzunehmende Presse einheitlich der Meinung, dass Mr. Pusch deutlich über das Ziel hinaus geschossen hat. Über die Szenen im Stadion, die man nur noch als reinen Polizei Terror eines totalitären Regimes bezeichnen kann, wird Herr Mankel im folgenden Absatz berichten…

Joa, dann übernehme ich mal den Stab des Handelns, der in diesem Zusammenhang weniger wie ein Staffelholz aussieht, sondern eher wie ein Schlagstock. Erst spät hatte man im Auto unterwegs von den Ereignissen in der Stadt erfahren, nach und nach kamen dann die Infos und man erwartete jenseits des Deiches quasi so was wie Kampfstern Galactica. Während die Einlasskontrollen noch relativ entspannt waren, machten wir uns erstmal auf die Suche nach nem trockenen Platz und eigentlich wurde die ganze Zeit verlabert, weil sich auf dem Platz zumindest bei uns wenig tat. War allerdings auch klar, da wir das Pech hatten, zum falschen Zeitpunkt gegen Bremen zu spielen. Pizarro und Mr. Sarah Connor hatten einen Sahnetag, unsere Jungs auch, allerdings war die Sahne sauer. Im Block war zuerst mal wenig los, was natürlich auch nicht verwunderlich war wenn der ganze Kern nicht da ist. Der Rest war dann verständlicherweise mit Protestieren beschäftigt (was ja auch im TV ganz gut rüberkam) als man sich mit dem Rücken zum Feld stellte und die Hände hinterm Kopf verkreuzt, die Gesänge waren auch entsprechend. Ein paar Jungs wollten sich das Trauerspiel lieber in ihrem warmen Bus gönnen und ein paar Getränke naschen wurden aber recht rabiat dran gehindert und mit CS-Gas besprüht und dazu wurde von der Staatsmacht noch mit Wasserwerfern gedroht. Ende vom Lied: ein großer Teil wurde dann auch wieder fast ins Stadion zurückgeprügelt. Das Warum konnte natürlich keiner beantworten, es gab in der Halbzeit keinen einzigen Anlass für ein solches Vorgehen und das Bremer Krawallpotenzial (sofern es so was überhaupt gibt) wurde schon vorm Spiel vor der Ostkurve vom Team Green beschützt.

Die Blocksperre nach dem Spiel war dann fast zu erwarten und setzte dieser sinnlosen Terror-Aktion noch die Krone auf. Nach einer halben Stunde wurde man vom Block in einem Korridor von mehreren Hundertschaften vorbei an der Gegentribüne Richtung Parkplatz geleitet und durfte noch einmal die einzigartige Symbiose des Geruchs von Fischbrötchen und Pferdekacke atmen, ehe wir nach links Richtung Straßenbahn wollten. Da hatten wir aber die Rechnung ohne den Wirt respektive die Gastfreundschaft der Damen und Herren im Kampfmontur gemacht. Unser dezenter Hinweis auf die Straßenbahnstation wurde ignoriert und wir wurden aufgefordert in die falsche Richtung über den Parkplatz zu laufen, Diskussion zwecklos. Leider musste unser Gegenüber dann schnell weg, weil sonst der Korridor eingerissen wäre und wir hatten nach kleineren fast handgreiflichen Diskussionen doch noch die Flucht vom Kampfstern Galactica geschafft und konnten unsere Heimreise antreten....

Der Störrische Esel feat. Ernährungsberater


15.11.2008 Borussia Dortmund - SGE 4:0 (Westfalenstadion, 72.200 Zuschauer)

Glücklich sein inspiriert mich nicht. Wie gerne würde ich mal wieder etwas Großes schreiben, etwas mit Gefühl, wo den Leser Mitleidsschauer überlaufen, man mich in den Arm nehmen und trösten möchte... aber nein, mir geht es gut. Ich sitze hier und versuche, mich in Jammerstimmung zu bringen, um ein paar tiefschwarze Zeilen in die Tastatur zu hauen. Wäre ich unglücklich, könnte ich in einer Kneipe sitzen, den x-ten Schoppen trinken und den Bierdeckel mit melancholischen Versen verzieren, von Kneipe zu Kneipe kriechen und immer tiefer versinken in Selbstmitleid. Allein und einsam sein wie der sprichwörtliche Wolf der durch die Straßen streunt auf der Suche nach Licht, Liebe und Wärme. Missverstanden selbst von den besten Freunden.

Glücklich sein ist ja nett, aber furchtbar banal. Nichts zu heulen, kein Liebeskummer: Totaler Mangel an Ideen. Traurig sein gibt da schon mehr her, vor allem wenn man verlassen wurde. Über schwere Regenwolken kann man dann schreiben, über die Einsamkeit, das Gefühl der Leere, über nebelverhangene Landschaften, die die eigene Seele widerspiegeln. Aber wer will schon hören, dass es in meinem Garten blüht und duftet, die Sonne scheint, der Himmel blau ist, das Leben im Allgemeinen und im Speziellen in bester Ordnung? Niemand. Das ist kitschig und langweilt den Leser. Wahre Emotionen sind dramatisch... Deshalb bin ich auch zutiefst dankbar, das ich den Spielbericht von einem solchen Knallerspiel schreiben darf. And the oscar goes to: Mankelinho a.k.a. Ernährungsberater!

Ich danke Herrn Ingo Braun, dass ich die Worte „Ich kann nicht“ aus meinem Vokabular streichen kann.
Ich danke dem Rest der Redaktion, dass ich diesen Spielbericht schreiben darf, obwohl es alle machen wollten. So viele Leute haben das die ganze Woche lang für mich gewünscht. Wisst ihr, ich bin die Straße runtergegangen und die Leute sagen was zu mir. Ich gehe zum Arzt, ich gehe irgendwohin, ich stehe im Fahrstuhl - und die Leute sagen: „Schreib!“. Dank auch an die, die von lustigen Geschichten vom Umsteigen in Köln erzählt haben, die man sich später wahrscheinlich an allen Lagerfeuern erzählen wird.
Ich danke unseren Magiern für die grandiose Inspiration in Dortmund und bin immer noch fasziniert von der Leistung, Fußball war es allerdings nicht. Außerdem auch dem BVB, der es wieder mal geschafft hat, zu viele Karten im Stehblock zu verkaufen und so für eine wohlige Atmosphäre gesorgt hat.
Ich danke meiner Familie für ihre immerwährende Unterstützung und ich danke Gott für diesen Moment in meinem Leben und möchte ihn mitnehmen ins nächste.

Ich könnte mir vorstellen, ein paar ergreifende Zeilen zu Papier zu bringen, Worte, die den Leser rühren und ihn mitfühlen lassen. Aber das sind ja gefälschte Gefühle, das würde bestimmt nicht funktionieren. Wahrscheinlich fehlte da das tiefe innere Leid und alles wirkte wie ausgedacht. Das Leben ist schön!


09.11.2008 SGE – VfB Stuttgart 2:2 (Waldstadion, 51.000 Zuschauer)

Es ist Herbst. Es geht stark auf St. Martin zu. "St. Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross das trug ihn fort geschwind." Nicht, dass unser Vorsänger jetzt ein neues Betätigungsfeld hat, aber so singen die Blagen jedes Jahr, wenn der Herbst da ist. Ein Loblied an den Gönner der armen Leute. Ich hab allerdings Zweifel, ob das alles wirklich so war. Schließlich konnte ja früher kaum jemand lesen und schreiben, vieles war nur mündlich überliefert. Es ist doch so: geh mal raus auf den Wochenmarkt und erzähl was spannendes, 2 Wochen später hast du ne mittlere Katastrophe.

Wahrscheinlich hat da früher irgendein Martin mit seinen Kumpels zu viel Pils genascht und auf dem Rückweg zu Muttern bei der Abkürzung durch die Sträucher ist der neue Mantel, von Muttern genäht, kaputt gegangen. Und weil bei Muttern das Nudelholz locker sitzt, hat er sich die Story mit dem Bettler ausgedacht, dem er die Hälfte von seinem Mantel vermacht hat. Als Muttern zuhause mit der Standpauke loslegen wollte, hat Martin von dem Bettler erzählt und seine Mutter am nächsten Tag davon ganz stolz der ganzen Stadt. Das Martin nachher Bischof geworden ist, war nur Zufall und hatte mit der Notlüge nichts zu tun.

Man sollte sich auch deshalb wirklich überlegen, ob man die Feiern wegen diesem St. Martin als hoffnungslose Sozialromantik abtut. Ist eh nicht mehr zeitgemäß, dieses furchtbare Helfersyndrom, dieser Typ des nicht mehr zeitgemäßen Gutmenschen, quasi der homo kloppus. Durch die Gegend reiten und halbe Mäntel verteilen nach dem Motto: „Rote, grüne, gelbe, weiße, jedes Jahr die gleiche Scheiße.“ Einer der gerne dieser Gutmensch gewesen wäre heißt Babak Rafati, allerdings hat St. Babak so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Dieser hoffnungslose Nichtsnutz sollte vielleicht seine Schirikluft in 2 Teile zertrennen und an Bedürftige verteilen und sich ein anderes Hobby suchen. Unfassbar wie sich dieser Mensch von einem heiligen Nationalspieler beeinflussen ließ und nicht die Eier in der Hose hatte, seine zuerst getroffene und nachvollziehbare Entscheidung beizubehalten. Über die konnte man zwar diskutieren, aber das Ende vom Lied war, dass nun jeder einen Hals auf ihn hatte. Spieler, Trainer, Zuschauer, also quasi alle. Für Stimmung war am Ende nun gesorgt, auch wenn das nicht unbedingt nötig war, denn die war während des Spiels gar nicht so schlecht. Die Gäste kamen schon einige Male gut rüber. Die protestierenden Spieler, die am Ende hinter St. Babak hergezogen sind hatten sogar was von den Kindern beim St. Martinsumzug. Wobei es hier keine Geschenke gab, sondern eher Knüppel aus dem Sack.


02.11.2008 Borussia M´Gladbach – SGE 1:2 (Borussia-Park, 44.773 Zuschauer)

Ich sehe was, das du nicht siehst. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so aufgeregt bin ich immer noch. Vor einigen Tagen habe ich eine tolle Sendung gesehen, es war um 22.00 Uhr. Es begann mit einem atmosphärischen Gong und dann verkündete eine Stimme aus dem Hintergrund, es sei 22.00 Uhr und hier sei die Tagesschau. Eine wunderschöne blonde Frau verlas die Nachrichten des Tages und es gab sogar Berichte mit Kommentaren. Ich habe mir gleich meinen Notizblock geschnappt, um alles aufzuschreiben, damit ich hier davon berichten kann und dabei nichts vergesse. Vielleicht hat ja jemand die Sendung nicht gesehen... Als ich mal pinkeln musste, habe ich auf die Werbepausen gewartet, die ich von "DSDS" und "Popstars" gewohnt bin. Aber unglaublicherweise gab es keine Werbeunterbrechung. Aber ich habe ja eine große Blase...

Ein bisschen befremdlich fand ich es schon, dass nichts mehr von Mark Medlock und Dieter Bohlen kam, aber auch so war genug Abwechslung. Ich wusste gar nicht, dass wir gerade eine Finanzkrise haben. Obwohl ich da eigentlich nur meine Kontoauszüge anschauen müsste. Na ja, Geld ist nicht alles im Leben. Am Ende kam sogar vor dem Wetterbericht noch ein Sportteil. Und da kam es dann: die Eintracht gewinnt 2:1 in Gladbach. Mit Bildern ! Doch die Bilder konnten nicht annähernd die Dramatik des Spiels fassen. Zugegeben war der Gegner nicht gerade besonders stark und selbstbewusst, aber man kann auch nicht immer erwarten, das sich Spiele drehen lassen. Gladbach war anfangs harmlos, da musste sich Russ schon selbst ums Gegentor kümmern. Und wieder haben die Magier das Ding gerissen, auch wenn man irgendwie immer gefürchtet hat, das wieder so ein Lapsus passiert wie beim Gegentor, denn auch Gladbach kann mit Verzweiflung anrennen... Ging aber gut, Resultat waren 3 frische Punkte und eine der geilsten Partys seit langem auf der Tribüne. Ich liebe es, wenn ein fast verlorenes Spiel wie am Sonntag am Niederrhein noch kippt. Wenn die plötzliche innere Spannung des Spiels sich hochverdichtet in dramatische Minuten der Wende. Danke Ümit, Martin und Michael, kauft euch meinetwegen noch ein Auto und legt es wieder aufs Dach oder fackelt die Wohnung beim Grillen ab. Das rettet Arbeitsplätze. Auch bei der Zuliefererindustrie, oder bei der Feuerwehr.

Wenn es nicht schon Sonntagabend gewesen wäre und morgen wieder Arbeit ansteht, wäre das eigentlich der passende Zeitpunkt gewesen, die Becksteinsche These zu überprüfen, ob man mit 2 Maß noch Auto fahren kann. Das Beste insgesamt war aber, als die schöne Sprecherin sagte, die nächste "Tagesschau" gebe es schon wenige Stunden später, hoffentlich wieder mit der Eintracht. Die Sendung kommt anscheinend jeden Tag. Vielleicht mache ich eine 365-teilige Serie daraus... oder ich programmiere den Videorecorder.


25.10.2008 Energie Cottbus – SGE 2:3 (Stadion der Freundschaft, 13.294 Zuschauer)

Nachdem die ursprünglich geplante Cottbus-Polen-Combo zum Super-Special-Tarif ausfallen musste, da der DFL-Spielplangestalter so ziemlich alles falsch gemacht hat, ging es früh morgens im Auto mit den Braun-Brothers Richtung Osten. Wenn man schon mal ein Freitags- oder Sonntagsspiel gebrauchen kann... Eigentlich unerträglich, genauso wie der Wecker, der mich fast mitten in der Nacht geweckt hat. Und dann auch noch ohne vernünftiges Frühstück oder Kaffee.

Wenn man etwas unerträglich findet, kann man entweder ganz fürchterlich darunter leiden, man kann es verdrängen, oder man benennt es einfach um. So hat ein großes Land, ein mächtiges Land, den Hunger abgeschafft. Da hat man einfach gesagt, die Menschen in unserem Land leiden nicht unter Armut, sie leiden nicht unter Hunger, sondern: Sie leiden lediglich unter “Nahrungsmittelunsicherheit”. Ein Knaller ! Schön. Ich finde das ganz großartig, denn damit lassen sich doch noch viel, viel mehr Probleme lösen. Ich habe mir also ein paar Gedanken gemacht, wie ich den Menschen um mich herum das Leben etwas einfacher gestalten könnte.
So ist z.B. der Familienvater, dessen Frau so oft, auch bei Regen, mit der Sonnenbrille rumläuft, nicht Langzeitarbeitsloser, sondern: “Potenziell zur Verfügung stehender Bruttosozialproduktmanager.” Oder Rechtsextremismus: “Seitwärts gelagertes Ausleben ideologischer Phantasien, mit gesteigertem Zusammengehörigkeitsgefühl” (Könnte fast auch für Sexualstraftäter gelten). Oder noch was: die Klimakatastrophe: “Vorgezogener Winterschlussverkauf”, Häusliche Gewalt: “Rückkehr zu alten Werten” So könnte man sicherlich noch viel mehr finden. Machen wir uns doch die Welt wie wir sie haben wollen, anstatt andauernd darüber zu jammern. Passt auch wunderbar auf unsere Eintracht.

So kann man einen miesen Rübenkick auch ein „von der Taktik geprägtes Spiel“ nennen. Oder das Defensivverhalten unserer Mannschaft „suboptimal“. Ich kann jedenfalls nicht kapieren, warum wir erst mit dem Rücken zur Wand stehen müssen, um dann ein Spiel mit dem Mut der Verzweiflung umdrehen zu müssen. Schön wenn’s klappt, geht sicher aber auch anders. Vielleicht habe ich aber auch ein „Durchblicksdefizit“... Krass in jedem Fall heute, dass ein Teil der UF nach einer Viertelstunde den Block verlassen hat, weil sich die Mitteilung breit gemacht hat, dass einer Ihrer Kumpels in der Nacht vorm Spiel erstochen wurde. Hut ab, vor diesem Charakter. Charakter hätte ich mir zumindest in der 1. Halbzeit auf dem Rasen gewünscht, aber da ging's ja grad noch mal gut... R.I.P. Carsten.


04.10.2008 TSG 1899 Hoffenheim – SGE 2:1 (Carl-Benz-Stadion Mannheim, 26.300 Zuschauer)

Heimspiel in Mannheim. Unser Gegner, der Emporkömmling aus Nordbaden spaltet die Fußballnation und ganz besonders auch ihr Geldgeber Dietmar Hopp. Kürzlich habe ich einen sehr treffenden Bericht gelesen, der dieses Phänomen sehr sachlich beleuchtet hat. Durch die finanzielle Unterstützung ihres ehemaligen Spielers und Gründer des Software-Riesen SAP gelang ein in Deutschland bis dato einzigartiges Projekt. 1990 noch Kreisligist und jetzt in der 1. Bundesliga. Fein, fein würde man meinen, was gibt es daran eigentlich zu kritisieren? Ein sehr reicher Mann unterstützt seinen Lieblingsverein für den er sogar mal gespielt hat. Aber stimmt das eigentlich alles so, was uns Medien und Befürworter dieses Projekt weismachen wollen?

Dietmar Hopp hat geschätzte 6,3 Mrd. Euro auf der hohen Kante, das ist nicht verwerflich. Der Erfolg stellte sich schnell ein, allerdings 2005 drohte man aber trotz des gesteigerten „Investments“ in der Drittklassigkeit hängen zu bleiben und so versuchte man eine Fusion mit Sandhausen, Astoria Walldorf, Hoffenheim und einem weiteren Heidelberger Verein um unter dem Namen HSW Heidelberg 06 abzutreten. Diese Fusion scheiterte an der Absage Sandhausens und so konzentrierte Dietmar Hopp sich weiter auf „seinen Lieblingsverein“. Stellt sich einem, bei diesen Tatsachen, nicht automatisch die Frage ob Hopp nicht vielmehr daran interessiert war, mit einem breiter aufgestellten und potentiell erfolgreicheren Verein, als es Hoffenheim war, viel schneller erfolgreich zu sein? So weit kann es also mit dem Herz nicht sein. Das ist natürlich eben nicht die strahlende Aktion, als die es immer dargestellt wird. Kommen wir zum viel gelobten Jugendkonzept der TSG. Hoffenheim hat mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren zusammen mit Leverkusen den jüngsten Kader aller Bundesligisten. Wo aber sind die jungen Spieler aus der Region? In der Aufstellung gegen uns stand mal keiner. Als man 2005 stagnierte wurde das tolle Jugendkonzept kurzerhand auf Eis gelegt und weiter in den Kader investiert, was zum Aufstieg in die zweite und schließlich in die erste Liga führte. Es soll einem aber weisgemacht werden, als habe die TSG Hoffenheim die Jugendarbeit neu erfunden. Viele andere Vereine betreiben ebenso eine hervorragende Jugendarbeit, betonen es aber nicht so penetrant, aber das scheint die Öffentlichkeit nicht zu interessieren. Wenn man sich die deutschen Auswahlmannschaften anguckt, sucht man lange nach den Spielern der hochgelobten Hoffenheimer Jugendarbeit...

Dann sagt Herr Hopp, dass sich das Projekt Hoffenheim in 1-2 Jahren selber tragen muss und kein Geld mehr von ihm kommen wird. Und was ist mit der Stiftung, die die Jugendarbeit unterstützt, weil es ihr verboten ist, Profisport zu unterstützen? Muss der Verein für die Jugendarbeit in Zukunft auch selber aufkommen? Darüber verliert Herr Hopp kein Wort. Und wenn es schlecht läuft ? Dann macht Dietmar noch mal seinen Geldspeicher auf und pusht ein bisschen die vielgelobte „Jugendarbeit“ mit neuen Talenten aus Brasilien. Aber natürlich wird sich sein Dorf aus eigener Kraft in der Liga halten können, ganz klar... Viele aktive Fans sehen das Konzept kritisch und lehnen es ab, es kam zu Beleidigungen gegenüber Hopp, die nun stark sanktioniert werden. Seit ich denken kann, werden Spieler, Trainer und Funktionäre beim Fußball beleidigt. Lothar Matthäus´ Frau sagte man nach, jeder hätte schon einmal das Vergnügen mit ihr gehabt. Oliver Kahn schenkte man zur Begrüßung körbeweise Bananen und lautes Affengeschrei´, aber er lief danach überhaupt erst zu akzeptabler Form auf. Keiner beschwerte sich beim DFB. Der Fußball war nie politisch korrekt und es wurden schon immer Grenzen überschritten, die man aber eben auch nicht zu ernst nehmen sollte. Nur Herr Hopp nimmt da eine Sonderstellung ein? Kann nicht sein, das ist mehr als dünnhäutig und anmaßend. Willkommen in der Bundesliga kann ich da nur sagen, wenn Sie damit nicht umgehen können, Herr Hopp, dann schnell zurück zu den Wurzeln zu den Turnern oder dem Golfclub, die können Ihr Geld sicher sehr gut gebrauchen. Oftmals wird diese Debatte lapidar als Neid abgetan. Aber worauf soll ich neidisch sein? Auf die „ruhmreiche“ Vergangenheit der TSG? Auf das 30.000 Mann Stadion? Auf die tolle Region? Darauf, dass den Jugendspielern schon ein fürstliches Gehalt gezahlt werden kann? Sicher nicht. Warum ist Dietmar Hopp so besonders schützenswert, was hat der DFB für ein Interesse daran? Die Vergabepraxis der Stadien für die Frauen Fußball WM deutet ähnlich auf eine gute Verbindung zwischen dem DFB und Herrn Hopp, denn Bielefeld und Magdeburg fielen plötzlich raus und Sinsheim bekam den Zuschlag. Einen Zusammenhang zwischen der Beschäftigung des Sohnes von Herrn Zwanziger bei der TSG und diesen fragwürdigen Entscheidungen würde ich nie herstellen wollen...? Wir brauchen keine Investoren oder Mäzene in der Liga. Aus welcher Motivation heraus auch immer sie das tun, die Akzeptanz der Fans werden sie damit vermutlich nie ernten. Meine auf jeden Fall nicht und schon gar nicht weil wir hier gut gespielt und trotzdem verloren haben. Das geilste war in jedem Fall heute die Einnahme des Heimblocks mit gleichzeitiger feierlicher Präsentation des AF-Banners...

Quelle:
http://www.suedlich-von-hamburg.de/hsv/2008-10-20-Hoffenheim_–_wer_ist_das_eigentlich.html



20.09.2008 Schalke 04 – SGE 1:0 (Turnhalle Gelsenkirchen, 61.542 Zuschauer)

Als Bewohner einer multikulturellen Metropole ist mein Bezug zur Natur bzw. Wildnis nicht gerade üppig ausgeprägt. Mein Motto lautet: Die Wildnis ruft, lass sie schreien ! Welcher normale Stadtmensch des 21. Jahrhunderts weiß noch welche Wurzeln und Pilze man gefahrlos essen kann... und das mehrmals? Man stelle sich vor, das Feuer für eine Zigarette durch schweißtreibendes Reiben eines Stocks auf einem Stück Holz zu erzeugen... schrecklich. Fähigkeiten die unseren Vorfahren aus der Bronzezeit noch so alltäglich waren, wie uns das Programmieren des Videorecorders, sind heute einfach nicht mehr in. Obwohl der Videorecorder auch schon fast nicht mehr in ist... Trotzdem gibt es mehr und mehr Leute, die ihren kostbaren Jahresurlaub damit verbringen, auf dem nackten Boden zu schlafen, Feuerholz zu sammeln und Dinge zu fressen, die man am Besten mit einem starken Insektenspray vernichten sollte. Ich gebe zu, dass ich Leute bewundere, die einen Mistkäfer in heißer Asche rösten und diesen dann genüsslich kauend essen. „Du, die sind herrlich crunchy und schmecken irgendwie nach Nuss !“ erzählte mir mal so ein freiwilliger Waldmensch nach einer Erfahrungswoche irgendwo in Österreich. Ich bevorzuge da leckere, gesalzene Erdnüsse... die laufen nicht weg, wenn ich sie essen will... Ein Kumpel war vor Jahren auch mal auf so einem Überlebenstrip. Wohl mehrfach Rambo Teil 1 bis 3 gesehen, kaufte er sich natürlich das originale Ramboüberlebensmesser, ein Kompaktzelt, das zusammengelegt die Größe des Dudens hatte, ein Buch mit dem Titel „How to survive“ und verschwand für ne Woche im Wald. Wollte er zumindest. 3 Tage später war er wieder da, ausgehungert und kräftig durchgefroren.

Der Besuch heute in der Turnhalle zu GE war auch so was wie Überlebenstraining. Wenn ich irgendwann mal meine Serie reißen lasse, wird das das 1. Spiel auf das ich verzichten werde. Miese Akustik, seltsame Zuschauer, die auch bei einem Baseball-Spiel in den USA sitzen könnten, jedes Jahr wieder, wahrscheinlich sind es immer die gleichen. Vieles von dem Drumherum hat mit Fußball nichts zu tun. Das schlimmste ist, wenn man sich noch länger vorm Stadion aufhalten muß, weil man vielleicht noch überzählige Karten loswerden muß. Was einem da an Schwachmaten über den Weg läuft, unbeschreiblich. Beispiel gefällig ? Ich halte 4 Stehplätze Gästeblock in die Luft. Ein typischer Schalker in Trikot und mit Schals um den Arm geknotet kommt auch mich zu. „Was kosten die ?“ „Das was draufsteht, aber die Karten sind nichts für dich, Gästeblock“. „Dann steck dir die Karten in den Arsch !“ Manchmal bin ich zu gutmütig, er hätte sicher Spaß gehabt... Punkte gab’s natürlich auch keine, auch wenn wir dank der Schalker Unfähigkeit uns abzuschießen, fast noch zum Ausgleich gekommen wären. Chris hatte wohl auch keine Lust mehr und hat sich früher freigenommen. Das einzige was mich heute freut: nun hat Schalke das Problem Albert Streit am Hals. Der arme Kerl, vom Trainer völlig unverstanden. Scheinbar hat der Schalker Manager beim Wechsel Streits von Frankfurt nicht ganz aufgepasst. Murmeltiertag...



30.08.2008 VfL Wolfsburg – SGE 2:2 (Stadion Wolfsburg, 23.150 Zuschauer)

Normalerweise beachtet der gewöhnliche „Coffee to go“-Nutzer eher den Inhalt seines Pappbechers. Sie werden ausgetrunken, weggeworfen, vielleicht plattgetreten. Ein langes Leben hat er nicht, der gemeine Pappbecher. Und doch ist er längst ein Statussymbol. Er zeigt nämlich, dass ich keine Zeit habe, dass ich viel beschäftigt, dass ich auf dem Sprung bin. Der Kaffeebecher steht für unsere Leistungsgesellschaft ! Denn in jenen Gefäßen, für die einige Diplom-Designer jüngst ihre große Leidenschaft entdeckt haben, schwappt ein Lebensgefühl: der „Coffee to go“ ! Meist umgibt ihn weiße Pappe, auf der dann das Rösterlogo prangt, oder braune mit Bohnenmuster. Designer aber bringen diesen Gebrauchsgebenstand nun in die Vitrine: „100 Cups“ (100 Becher) heißt das leicht skurrile und bisweilen satirische Projekt, das nun gern auf Reisen geschickt werden würde. Den „Always-2-nd-Cup“ (Immer der Zweite) im Deutschland-Trikot mit der Rücknummer 13 von Michael Ballack gibt es, den „Narcist's Cup“ für Selbstverliebte mit einem kleinen Spiegel daran oder auch den „Hurry (C)Up“ („hurry up“ = beeil' Dich), der aus zehn Löchern leckt und daher schnell geleert werden muss. Oder aber der absolute Renner: die Tasse „Weck den Wolf in dir“, mit leicht angegrautem Pelz verkleidet. Verkauft sich wie geschnitten Brot. Soll wohl so was wie eine neue Vereins-Philosophie der VW-Fußball-Sparte sein, denn geweckt werden muß hier noch einiges. Aber ob das mit Kaffee geht ?

Der gute Felix, in unseren Kreisen bestens bekannt, schmeißt mit Unterstützung des Autowerkes von nebenan Geld aus dem Fenster wie andere Kamelle an Fassenacht. Raus kam dabei eine Art Weltauswahl, aber in Wolfsburg interessiert es fast keinen. Zuschauerzahlen unwesentlich höher wie sonst, warum machen die so was ? Die VWler wissen doch selbst, wie man sein Geld besser investiert, ansonsten einfach mal beim Betriebsrat nachfragen. Außerdem hat das mit den verschiedenen Sprachen auf der Arbeit schon damals beim Turmbau zu Babel nicht funktioniert. Unsere Buben haben sich mehr als ordentlich präsentiert, was man nach dem Rumpelstart nicht unbedingt erwarten konnte, allerdings ein mit 2 Verletzten auch sehr teuer bezahlter Punkt. Irgendwie kann ich mich in Wolfsburg an keine anderen Ergebnisse als Unentschieden erinnern, die Spiele kann man sich getrost sparen. Hervorheben sollte man nur den frei zugänglichen Biergarten hinter der Heimtribüne neben einem See, der hat einen Sonderpreis in der Kategorie „Newcomer“ verdient.


24.08.2008 1.FC Köln – SGE 1:1 (Stadion Müngersdorf, 50.000 Zuschauer)

Ein Spezial-Einsatz-Kommando (SEK) der Eintracht hat am Mittag gegen 15.05 Uhr die Kölner Stadtgrenze übertreten mit dem Ziel der Belagerung von zentralen Plätzen im Kölner Stadtgebiet. Unterstützt dabei von hessischen Exilanten im Kern der heimischen Fußballszene handelte es sich um etwa 5000 Personen, bei denen zuerst die Erstürmung der hiesigen Regierungsgebäude vermutet wurde. Zwei Männer wurden festgenommen.

Die Festnahmen wurden von einem Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Düsseldorf bestätigt. Offenbar wollten die beiden Festgenommenen sich im so genannten hessischen „Heiligen Krieg“ (Had-Dschi) mit Apfelwein übergießen und anzünden. Entsprechende Bekennerschreiben fand die Polizei inzwischen in ihrer Wohnung. Bei den Personen soll es sich um deutsche Staatsbürger mit hessischem Migrations-Hintergrund handeln, die bei Fehlschlagen ihrer Aktion vom nahem Flughafen mit dem Flug 1899 nach Kuba flüchten wollten, entsprechende Flugtickets wurden bei den Personen gefunden. Beide sollen der sogenannten Handkäs-Gruppe zugehörig sein, unbestätigten Meldungen zufolge sollen die Personen seit Monaten beobachtet worden sein.

Der Rest der Gruppe fand sich dann überraschend gegen 16.10 Uhr auf den Rängen des Stadions im Stadtteil Müngersdorf ein und wohnte einem Spiel der Fußball-Bundesliga bei mit dem Ziel der Unterstützung einer weiteren hessischen Gruppierung mit den Namen „Eintracht Frankfurt“. Bei dieser Gruppe, die ausschließlich auf dem Rasen agierte, handelt es sich um eine Fußballmannschaft, deren Ziele nicht klar zu erkennen sind, zumindest zeigte sich bei ihren Aktionen eine etwas diffuse Vorgehensweise sowie fehlende Homogenität, die in einem Leistungsabfall einiger Teile der Gruppe begründet war. Der von den Rängen geforderte Austausch einzelner Personen wurde nur in Teilen vollzogen, weshalb streckenweise Unmut aufkam. Im Stadion waren noch weitere Personen anwesend, die nicht den hessischen Gruppierungen zuzuordnen waren, die jedoch im weiteren Verlauf der Ereignisse vernachlässigt werden konnten und lediglich von Zeit zu Zeit ihren Unmut über die Hessen zum Ausdruck brachten. Auf dem Rasen kam es zeitweise zu kleineren Auseinandersetzungen, die jedoch im Ergebnis unentschieden endeten, so dass die hessischen Gruppen ohne größere Vorkommnisse den Heimweg antraten. Zuvor wurden allerdings einige verdächtige Subjekte der Gruppe filmisch erfasst um bei einem zukünftigen Einsatz einen schnelleren Zugriff zu gewährleisten.


09.08.20008 SC Pfullendorf - SGE 0:3 (Waldstadion Kasernenstraße, 7.500 Zuschauer)

Das schöne an der 1. Runde des Dfb-Pokals ist ja, das man regelmäßig auf irgendwelchen Dörfern antreten muß. Immer wieder ne schöne Abwechslung vom Ligaalltag, hat was von Europapokal. Der geneigte Hopper ist meistens dann auch noch glücklich, wenn das Ziel der Reise einen neuen Ground mit sich bringt. In der Dfb-Tombola waren dieses Mal allerdings nur 5 unbesuchte Orte für mich zu finden und mit Pfullendorf gab es einen dieser Orte. Pfullendorf liegt nicht weit weg vom Bodensee und hat außer Fußball und einem Küchenhersteller nicht besonders viel zu bieten. Dieser Küchenmogul hat dem Stadion auch seinen Namen aufgedrückt. Außerdem gibt's hier einen Ortsteil mit dem Namen Bethlehem, allerdings mussten wir weder nach Fremdenzimmern oder offenen Ställen Ausschau halten und auch nicht einem Stern folgen, sondern folgten zuerst mal der Kelle eines der Vasallen des Herodes, der uns zum nächsten Parkplatz geleiten wollte. Da wir wichtigeres zu tun hatten, konnten wir mit guten Argumenten die Sperre passieren und folgten dann doch einem Stern, allerdings war der auf dem vor uns schleichenden Gefährt.
Nach einiger Zeit konnten wir unseren Esel namens Mazda am Stall des Stadions abstellen und mussten feststellen, dass das nahende Großereignis dem einen oder anderen schon stark zugesetzt hatte. Kann auch die lange Sommerpause gewesen sein, denn manch einer hatte zuviel vergorenes Obst genossen oder sich in der Auslage eines Damenbekleidungsgeschäftes bedient. Einige Herren ließen sich in der Verfassung auch nicht lange bitten und schwörten unsere Götter in ihrem Hotel auf das kommende Spiel ein, wobei sich Herr Fenin hier besonders beeindruckt zeigte, denn diese Form der "alkoholova eskapada" ist auch in seiner Heimat selten.

Der Gästebereich war ziemlich gut gefüllt, aber auch etwas seltsam gebaut, so dass die Sicht stark eingeschränkt war. Da unsere Götter schnell klar Schiff gemacht hatten, konnte man sich mehr der Kontaktpflege widmen, denn nach der langen Pause gab es einige lustige Geschichten auszutauschen von vergangenen Touren und dem letzten Laktat-Test Caios. Über das Spiel gibt es sonst absolut nix wichtiges zu berichten, so ging es mit schnellen Schuhen zurück zum Esel und weiter in die Prärie, wobei wir lange suchen mussten um auf dem Rückweg noch was Essbares zu finden. Als auch das geschafft war, konnte der restliche Heimweg angetreten werden, der aber nach kurzer Fahrt fast schon wieder beendet gewesen wäre. Und nicht nur unsere Fahrt, sondern unser ganzes Leben, da vor uns ein Ureinwohner mit seinem Auto auf der Autobahn ein kleines Lagerfeuer angezündet hat. Das Adrenalin reichte für die ganze Rückfahrt und mitten in der Nacht tauchte dann irgendwann auch das lang ersehnte Ortsschild der Heimat auf.

Der Ernährungsberater

Gegründet  
 
1992
 
Werbung  
  "  
Aktualisiert am  
 
31.07.2017
 
Besucher auf der Seite  
 
Onlinecounter
Statistiken
 
Facebook-Gruppe  
 

 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=