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Saison 2010-2011

Saison 2010/2011

 

14.05.2011  Borussia Dortmund – SGE 3:1  (Westfalenstadion, 80.720 Zuschauer)

“Wir sind Siebter, und es wäre dumm, wenn wir nicht versuchen würden, Fünfter zu werden. Absteigen können wir nicht mehr. Wir müssen die Gunst der Stunde nutzen.” Mit diesem Satz bewies Herri im Januar 2011 eine ganze Menge Weitsicht. Um dieses Ziel auch wirklich erreichen zu können, feuerte er wenig später Michael Skibbe und holte Alleskönner Christoph Daum. Sechs Spiele und null Siege später steht die magische SGE auf Platz 17, Daum behauptet aber steif und fest: „Besser kann man nicht arbeiten!“ Stellt sich die Frage, welches Ziel Christoph Daum mit seiner ach so tollen Arbeit verfolgt. Was in Anbetracht von Daums zahlreichen Erfolgen wenig überrascht: Der passionierte Fußballprofessor ist studierter Sportwissenschaftler. Ganz ohne fremdes Dazutun (in diesen Tagen wichtig zu erwähnen) fertigte er seine Diplomarbeit mit dem verknappten Titel „Die Wichtigkeit und Bedeutung von pädagogischen und psychologischen Maßnahmen eines Fußballtrainers“ an. Es geht darin, grob gesagt, um pädagogische und psychologische Maßnahmen, die ein Fußballtrainer so ergreifen kann.
Besonders letzteres nahm sich Daum stets zu Herzen. Der Mann, der seine Mannschaften vor entscheidenden Spielen mit Vorliebe glühende Kohlen schlucken und Glassplitter einatmen ließ, gilt nach wie vor als unbestrittener King of Kong des Teambuilding. Doch weil seine Kicker gegen Ende der Saison meist über seltsame Schluck- und Aspirationsbeschwerden klagten, reichte es in der Liga zunächst nicht zum ganz großen Wurf. So bei uns, da Christoph Daum selbst merkte, dass er die Mannschaft nicht mehr wirklich erreicht, hat er sich motivierende Unterstützung bei den hauseigenen Ultras geholt. Doch das Team bleibt davon unbeeindruckt, wirkt innerlich tot. Schwer zu glauben, dass es beim neuen Deutschen Meister in Dortmund ein letztes Aufbäumen geben sollte.

Mit entsprechend wenig Hoffnung ging es nach Westfalen. Glücklicherweise hatte der Hoppergott noch ein Abendspiel in Belgien für uns parat, so dass es beim wahrscheinlichen Abstieg auch keinen Grund gab noch länger hier zu verweilen. Nachdem die üblichen Verdächtigen im Reitstall begrüßt wurden gab es noch ein paar weniger verdächtige Essener, die sich das Spektakel gönnen wollten. Da die Nachfrage nach Karten aus den eigenen Reihen eher schmal war am Ende konnte ich mit nem Stehplatz noch nem Dortmunder Mädel eine Freude machen. Auch meine Hinweise auf das „problematische“ Frankfurter Klientel konnte sie nicht vom Gästeblock abhalten… Nun, sie hat es überlebt, hat sich wohlgefühlt und viel Spaß gehabt… Unsereins durfte mal 20 Minuten an der Sensation schnuppern nach einem der besseren Auftritte in den letzten Wochen. Ganz Fußball-Deutschland freute sich über Wolfsburg am Abgrund, aber am Ende waren es wir wie erwartet… Absolut verdient muss man sagen, die Arbeit von einigen Jahren am Arsch, allerdings muss man heutzutage keine Angst mehr haben das der Verein finanziell vor die Hunde geht. Nun denn, Neuanfang… So isses und so bleibt es, in engen Hosen reibt es. Wenn der Kopf nun mal nicht richtig funktioniert kann er nicht das 3. Bein sein!


30.04.2011  Mainz 05 – SGE 3:0  (Bruch Weg, 20.300 Zuschauer)

Der Gutmensch gehört zu der Gattung homo perfekto moguntiacum. Er hat sich im Laufe der Evolution eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit angeeignet. Sinn seines Lebens ist es, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und (Schein-)Toleranz zu predigen. Er pflanzt sich fort, indem er andere Menschen zum Gutmenschentum bekehrt. Erklärtes Ziel ist es, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Leider führte jahrelanges Gutmenschentum und falsche Toleranz zu einem politischen Stillstand und dem Anstieg der Verblendung. Das Gewiefte am Gutmenschen ist, dass er durch selbst verursachte Probleme neuen Grund zur Kritik hat. Das ist der ewige natürlich Kreislauf, der es schwierig bis unmöglich macht, die Gutmenschen zu bekämpfen. Besonders unterwandert sind die USA, Brutstätte und Mekka der Gattung Gutmensch. Von hier werden die Kriege geführt, die den Menschen Wohlstand, Demokratie und westliche Werte bringen sollen.

Aber auch bei uns gibt es solche Brutstätten, insbesondere gegenüber von Wiesbaden auf der anderen Rheinseite. Als Waffe verwenden diese Gutmenschen die Fröhlichkeitskeule und feiern dies jedes Jahr zu Beginn des Jahres an Fasching und versuchen das Licht dieser rhetorischen Erleuchtung von Woche zu Woche und von Generation zu Generation weiter zu geben, auf dass es niemals erlöschen und die Dunkelheit der Vernunft nie vollständig die Oberhand gewinnen möge. Manchmal jedoch muss man sich auch der Dunkelheit der Vernunft stellen weil diese eben auch näher am Leben ist, was aber den Gutmenschen schwer fällt zu akzeptieren. Dies wird dann schnell mal mangels Argumenten als asoziale Randgruppe bezeichnet und der eine oder andere Gutmensch vergisst dann auch seine Erleuchtung  und schmeißt statt Kamellen mit gebrauchten Kaugummis.

Ich werde mich mit diesem rot-weißen Misthaufen nie anfreunden können. Wenn ich feiern will, dann tue ich dies und nicht wenn mir das von irgendjemand verordnet wird, schon gar nicht von einem unförmigen Stadionsprecher. Umso bitterer das es in solch einem wichtigen Spiel zu einem völligen Zusammenbruch in unserer Truppe kam und wir eigentlich gar nicht auf dem Platz waren. Fast muss man sich bedanken, dass das Spiel zur Halbzeit schon durch war, sonst wäre es noch bitterer geworden. Die Schlinge zieht sich immer enger und den Abstieg muss man mittlerweile ernsthaft einkalkulieren. Verständlich das sich der eine oder andere den Untergang nicht mehr live antun wollte und den Heimweg antrat. Was es aber bringen soll eine völlig verunsicherte Mannschaft zur Rede zu stellen, auf die eh schon alles und jeder einprügelt, kann mir keiner erklären. Darf sich dann auch keiner wundern, wenn von Seiten der Ordnungsmacht Leute mit der Situation überfordert sind. Ich für meinen Teil werde als Protest in Hungerstreik gehen. Zumindest bis morgen.


23.04.2011  SGE – FC Bayern München 1:1  (Waldstadion, 51.500 Zuschauer)

München. Mit einem Paukenschlag begann die Woche in München. Auf einer Pressekonferenz verkündete Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, den Ausstieg des Münchner Klubs aus der laufenden Bundesliga. „Uns wird nicht mehr genügend Respekt entgegengebracht, deshalb werden wir ab sofort an der A-League in Australien teilnehmen“, erklärte Hoeneß. „Zuerst wollten wir aus praktischen Gründen in Österreich spielen, aber da können es ja auch einige Mannschaften in die Gruppenphase der Europa-Liga schaffen und das ist uns dann auch zu stark. Außerdem ist für jeden Anglistiker Austria und Australia eh das Gleiche.“ Auslöser für den Umzug nach Australien ist laut FC Bayern die unglaubliche Negativität die dem Spitzenklub in Deutschland entgegen schlägt, mittlerweile sogar aus den eigenen Reihen, wo man nun die sozialen Hilfsprojekte in der Nachbarschaft nicht gutheißt. „Wenn ich noch einmal irgendwen <Zieht’s den Bayern die Lederhosen aus> singen höre, dann kann ich für nichts mehr garantieren“, erläuterte Hoeneß. „In Australien droht uns das nicht. Auf Englisch klingt das ja auch wirklich blöd. Hören sie mal: Strip the Bavarians of their skin trousers. Das kann Gott sei Dank kein Mensch singen.“
Die Bayern freuen sich schon auf starke Konkurrenz in der A-League, wie z.B. die Teams Brisbane Roar, North Queensland Fury und Central Coast Mariners. „Endlich einmal Mannschaften mit klingenden Namen und nicht Provinztruppen wie Mainz, Bremen, Dortmund oder auch Schalke“, zeigt sich auch Bayern Alters-Präsident Franz Beckenbauer vom Umzug des Teams begeistert. „Dort haben die Mannschaften auch noch Respekt vor uns, nicht so wie hier in Deutschland, wo uns Dorfmannschaften ohne jede Rücksicht Punkte abnehmen.“

Passend dazu stand ja dann auch wieder so ein Spiel bei einer Dorfmannschaft an, zumindest bei einer die so spielt oder wie ein verirrter Zweitligist. Immer noch in Abstiegsgefahr, trotz Trainerwechsel immer noch kein Befreiungsschlag. Man spielt ganz gut, aber die Ausbeute im Vergleich zum Aufwand ist bedenklich. Die Bayern haben immer die Aura des Übermächtigen, quasi der Darth Vader der Bundesliga, auch wenn die Tabelle dieses Jahr eher so was wie der Wüstenplanet ist für die Bayern. Normalerweise würde ich nen Punkt immer nehmen, aber nicht so. Manche von unseren Leuten waren nach dem Spielverlauf so deprimiert, das sie tatsächlich geglaubt haben das wir 2:1 verloren haben. Gefühlt war das auch so, wenn ich nur an das Luftloch von Gekas in der 2. Halbzeit denke. Im Stadion wurde mir von meinem Nebenmann zwar glaubhaft versichert das er im Abseits stand, aber im Sportstudio abends blieb mir dann doch der Döner im Hals stecken. Danke Steve…


16.04.2011  1899 Hoffenheim – SGE  1:0  (Rhein-Neckar-Arena, 30.150 Zuschauer)

Es werden ja immer gerne meistens zum Jahresende so wichtige Dinge gekürt wie das Wort des Jahres, das Unwort des Jahres oder das Tor des Jahres. So war z.B. 2010 das Jahr des Wutbürgers. Es gibt viele Indizien dafür, dass 2011 im Zeichen des Wutfans stehen wird – sogar in Hoffenheim.  Stellt euch mal vor, ihr seid ein glühender Fan von 1899 Hoffenheim. Auch wenn das eher den Bereich Fantasy oder Alptraum trifft, einfach mal vorstellen. Ihr seid glücklich ob der verheißungsvollen ersten Saisonhälfte, sitzt an Weihnachten gerührt unter dem Christbaum, gebt euch den schönsten Träumen hin und dankt dem Herrgott für diesen Trainer, der seine Kraichgau-Kicker aus einer unterklassigen Misthaufenliga Jahr für Jahr immer näher an Real und Barcelona herantrainiert. Und dann beginnt das neue Jahr so: Ihr lest, dass der Mäzen eures Vereins nach München gereist ist und bei einer Tasse Kaffee geschwind den besten Spieler verscherbelt hat – hinter dem Rücken des wunderbaren Trainers. Aber vor allem hinter eurem ! Viele Hoffenheimer Fans haben aus diesem Schreckenstag das Beste gemacht und nach dem Wegtritt des Spielers Luiz Gustavo und dem Rücktritt des Trainers Rangnick auf der Stelle das Singen geübt, und im Chor schallt es seither auch aus dem bislang für die letzte Idylle der Bundesliga gehaltenen Dorfklub: „Mir hamm' die Schnauze voll!“ Dietmar Hopp, der herrschende Mäzen, muss sich garstige Dinge anhören. Seine Untertanen fluchen sich plötzlich das Maul fusselig: Die Unschuld habe er ihrem bisher so jungfräulich dastehenden Verein geraubt. Ab sofort ist Hoffenheim auch nur noch ein unsympathischer Klub wie so mancher andere. Der Geldgeber regiert, er macht vom hohen Ross herab die Regeln. Hat Hopp die gesellschaftliche Entwicklung verschlafen, diesen obrigkeitsfeindlichen Trend, der das Regieren nach Gutsherrenart neuerdings unter Peitschenhiebe und Strafe stellt? „Sauerei!“, fauchen die Anti-Hopp-Fans in den Diskussionsforen. Was jetzt noch fehlt, sind weitere Niederlagen, noch eine Trainerentlassung und vielleicht der Abstieg ? In den Strahl der Wasserwerfer werden sich die Fuchsteufelswilden in dem Fall werfen oder sogar ins Reizgas, mindestens aber anketten an den Eckfahnen.

Es ist einfach nur noch schön anzusehen wie sich dieser Verein bzw. sein Credo selbst pulverisiert. Man will der etwas andere Verein sein, man baut auf die Jugend, blablabla… Wo sind denn die „Hoffenheimer“ im Kader ? Stattdessen werden die Millionen in einen satten und übergewichtigen Holländer vom FC Liverpool investiert, der bei Unterschrift noch nicht mal wusste, was Hoffenheim ist. Immerhin haben die Zahlen im Vertrag wohl gestimmt. Man war also heute quasi in höherem Auftrag unterwegs, im Sinne aller Hoffenheim weiter in den Keller zu schießen und uns da raus. Im Gästebereich war es ansonsten relativ langweilig obwohl wir zahlenmäßig ganz gut vertreten waren, Heimsupport wie immer quasi nicht vorhanden außer ein paar Bannern gegen die Gäste. Einige von uns hatten sich mit Karten direkt in Hoffenheim eingedeckt, aber draußen liefen genug Leute ohne Karten rum. Sobald einer vorm Block eine Karte aus der Tasche geholt hat kam jemand an und fragte ob die zu haben ist, fast wie bei einer Bananenlieferung in der Ostzone… Leider wachsen aber die Bäume bei uns nach dem Trainerwechsel nicht in den Himmel, trotz des neuerlichen Fortschritts gab es keine Punkte. Aber immerhin mal wieder Verletzte und ne gelbe Karte für Maik Franz, also fast wie immer.


03.04.2011  VfL Wolfsburg – SGE  1:1  (Autostadt VW, 29.125 Zuschauer)

Unumgänglich war dieser Trainerwechsel bei uns trotz des Sieges gegen Pauli. Selten so wenig über 3 Punkte gefreut und allgemein waren die Zuschauer unbefriedigt wie Berlusconi vor der Mittagspause. Die Mannschaft bezaubernd wie eine Palette Dosenobst. Und der Trainer? Wirkte irgendwie konzeptlos, uninspiriert und ausgebrannt. Weshalb man sich eben nach einem Neuen umsehen musste. Aber wie das so ist, wenn man einen Trainer sucht, der eine Linie hat, einen gutes Näschen beweist und bis in die Haarspitzen motiviert ist – dann bleibt eben nur Christoph Daum. Zugegeben, die Schneemann-Scherze über Christoph Daum sind inzwischen älter als die Trainingsmethoden von Felix Magath. Und irgendwie freute sich fast jeder, dass Mister Rapid Eye Movement wieder in der Bundesliga zurück ist. In Köln wollte er ja damals nicht mehr, weil ihm da die Champions League-Perspektive fehlte. Eine Anspruchshaltung, die einen auf lange Sicht irgendwann eben nach Frankfurt führt. Genauso wie es Jürgen Klopp als Liebhaber einer euphorischen Fan-Szene früher oder später nach Wolfsburg verschlagen wird. Aber noch viel mehr hab ich mich drüber gefreut, das Heribert da das ganz große Kaninchen aus dem Hut gezaubert hat und vor allem keiner dieser selbsternannten Experten oder Insider rund um die Mannschaft davon was mitbekommen hat. Wie aber schon der alte Bundes-Herberger gesagt hat, was zählt ist auf dem Platz und da war schon beim Training wieder viel mehr Engagement und Aufbruchsstimmung zu spüren, das müsste dann halt nur auch beim Spiel umgesetzt werden.

Das war auch alles heute im Auto zu spüren wo sich mit Jonas, Thor und Öri 3 altbekannte Weggefährten einfanden. Jonas wurde am Stadion bei Bekannten abgeliefert und die anderen beiden waren etwas konsterniert als ich von einem Spiel beim SV Sandkamp erzählte und wir da nun hin müssen. Nun, da mich die Jungs kennen war schnell klar, das das kein Scherz war. Zeit für eine Wurst und was zu trinken sowie 60 Minuten Anwesenheit war auf jeden Fall, dann trieb es uns doch ins große Theater. Unglaublich Szenen spielten sich da ab, beim Anpfiff knapp 30 Fotografen vor Daums Bank, von Felix wollte fast keiner was. Beim Spiel waren Einsatz und Kampf da, aber fußballerisch war’s noch ziemlich grau, der Punkt ist aber gut und vorm Spiel wäre ich zufrieden gewesen. Eigentlich bin ich es jetzt auch, aber ich rege mich trotzdem über solche Diven wie den Herrn Diego auf und über die Leute, die solche Fußballer verpflichten. Was ein Glück spielt der nicht bei uns.

Beim Spiel heute in Wolfsburg hatte ich aber auch eine fußballerische Offenbarung: Das Leben als Eintrachtfan ist wie das eines Hofhundes der ein Leben lang auf eine Fleischworscht starrt die nur 1 Meter entfernt liegt. Aber die Kette ist zu kurz, er kommt nicht dran ! Er zieht, jault und knurrt aber er kommt einfach nicht dran. Das ist mein Leben als Eintrachtfan - oft hasse ich es wie im Moment, aber ich komme nicht von los, ich brauche es, freue mich immer wieder aufs nächste Spiel - aber da ist diese kalte, starke Kette die mich nicht zum Ziel lässt… Es gibt aber noch einige Hofhunde mehr und für heute waren alle erst noch mal zufrieden.


12.03.2011  Schalke 04 – SGE  2:1  (Turnhalle GE, 61.673 Zuschauer)

Was war das mal wieder ne Anreise. Gestern noch im Gobowen Working Mens Club fast versackt in the middle of nowhere um dann sanft am Manchester Airport auf meiner heiß geliebten Bank zu entschlummern. Der Wecker reißt mich dann umso unsanfter aus allen Träumen nur um festzustellen das ich noch 70 Minuten bis zum Abflug nach Düsseldorf habe und das ich die ganze Nacht mit meinem Astralkörper auf meinem Arm gelegen habe, Blutstau inklusive. Nach einer Katzenwäsche, Kaffee und einem Kaugummi kehrt erst nach gut 2 Stunden im Flieger das Blut langsam wieder in den Arm zurück und er ist wieder zu dem zu gebrauchen zu was er da ist. Pünktlich in Düsseldorf gelandet geht’s zur S-Bahn, die ohne Umweg durch den Pott zum Hauptbahnhof Gelsenkirchen führt. Die gute halbe Stunde wird zur intensiven Milieustudie im Zug genutzt. Im Fußball gibt es die Redensart, dass die Spieler, wenn sie zu der siegreichen Mannschaft gehören wollen dahin gehen müssen wo es „wehtut“. Das muss man auch als Fan allerdings auch, denn angenehm war das alles nicht. Kreischende Mädels beim Lesen der Sport Bild, jedes 2. Wort: „Hömma“. 2 Schalker Kutten mit einem Alkoholpegel weit jenseits der Fahrtüchtigkeit und das um halb12. Die Situation der Schalker Kicker wird ausgiebig beleuchtet und man fragt sich, warum die noch nicht Meister sind. Kennt ihr eigentlich die Tabelle ? Dann kommt die Durchsage das man zwischen Mühlheim/Ruhr und Gelsenkirchen im Zug vorsichtig sein soll wegen Trickdieben. Nix wie raus hier…

Am Hbf geht’s dann erstmal in die Fußgängerzone zur Nahrungsaufnahme. Zeit war noch genug, aber viel zum Anschauen gab’s da mangels Masse nicht. Vorbei an einem Hinweisschild zur Touri-Info (was kann man hier anschauen?) zur U-Bahn und raus zum Stadion. Geschickt auf dem Weg vom Gästeparkplatz zum Stadion postiert wurde das erste bekannte Gesicht penetriert und somit war dann auch der Rückweg ins Hessenland gesichert. Im Bus der Wäller Adler sollte es nach dem Spiel zurück nach Limburg gehen, kurz das Gepäck verstaut und weiter in die Halle.
Als Reaktion auf die verheerende Leistung im letzten Bundesliga-Spiel hat Felix Magath sein Team ja nachts bei eisiger Kälte ohne Handschuhe und in kurzen Hosen trainieren lassen. Das dürfte aber erst der Anfang einer ganzen Reihe von Bestrafungsaktionen gewesen sein. Beim Trainingslager vorm Spiel wurde den Angehörigen der Zutritt verwehrt. "Das ist in Guantanamo durchaus so üblich", meinte Magath. Unabhängige Beobachter ziehen bereits Parallelen zum Kachelmann-Prozess. "Vielleicht ist es auch für Schalke an der Zeit, sich von zwei Verteidigern zu trennen", heißt es im Umfeld des Mannheimer Gerichts. Für Alice Schwarzer ist der Fall hingegen schon klar: "Zu behaupten, die Schalker spielten wie Mädchen, ist eine Beleidigung für jedes weibliche Wesen!"

Nun, für unsere Truppe scheint wohl derzeit sogar das Schalker Mädchenpensionat ne Nummer zu groß zu sein. Mutlos, saft- und kraftlos, aber immerhin gab’s mal wieder ein Tor. Ich rede mir ein, dass Tzavellas das absichtlich gemacht hat, immerhin gibt’s mal was zu jubeln, wenn auch nur kurz. Im Gästeblock versuchte sich der eine oder andere mangels Alternativen mal wieder in diesem unsäglichen Bierbecher-Weitwurf auf die Schalker neben dem Stehbereich. Wer sich diese Sitzordnung ausgedacht hat, muss wohl wirklich denken, das er hier im Mädchenpensionat ist.


27.02.2011  SGE – VFB Stuttgart 0:2  (Waldstadion, 47.400 Zuschauer)

Wenn etwas schiefgehen kann, dann wird es auch schiefgehen. Das, was Du suchst, findest Du immer an dem Platz, an dem Du zuletzt nachschaust. Die andere Schlange kommt stets schneller voran. Um ein Darlehen zu bekommen, muss man erst beweisen, dass man keines braucht. Wenn man lange genug an einem Ding herumpfuscht, wird es brechen. Wenn es klemmt - wende Gewalt an. Wenn es kaputt geht, hätte es sowieso erneuert werden müssen. Maschinen, die versagt haben, funktionieren einwandfrei, wenn der Kundendienst ankommt. Konstruiere ein System, das selbst ein Irrer anwenden kann, und so wird es auch nur ein Irrer anwenden wollen. In einer Hierarchie versucht jeder Untergebene seine Stufe der Unfähigkeit zu erreichen. Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es noch einmal zu machen. Sind Sie im Zweifel, murmeln Sie. Sind Sie in Schwierigkeiten, delegieren Sie. Alles Gute im Leben ist entweder ungesetzlich, unmoralisch, oder es macht dick. Murphys goldene Regel: Wer zahlt, schafft an. Die Natur ergreift immer die Partei des versteckten Fehlers. Eine Smith und Wesson übertrumpft vier Asse. Hast Du Zweifel, lass es überzeugend klingen. Diskutiere nie mit einem Irren - die Leute könnten den Unterschied nicht feststellen. Freunde kommen und gehen, aber Feinde sammeln sich an. Schönheit ist nur oberflächlich, aber Hässlichkeit geht durch und durch. Um etwas sauberzumachen, muss etwas anderes dreckig werden (aber Du kannst alles dreckig machen, ohne etwas sauber zu bekommen). Jedes technische Problem kann mit genügend Zeit und Geld gelöst werden (du bekommst nie genug Zeit und Geld). Wenn Baumeister Gebäude bauten, so wie Programmierer Programme machen, dann würde der erste Specht, der vorbeikommt, die Zivilisation zerstören. Ein Computerprogramm tut, was Du schreibst, nicht was Du willst. Irren ist menschlich - um die Lage wirklich ekelhaft zu machen, benötigt man schon einen Computer. Murphys Gesetz wurde nicht von Murphy selbst formuliert, sondern von einem Mann gleichen Namens.

Captain Murphy war 1949 auf einem kalifornischen Testgelände beim Raketenschlitten-Programm der US Air Force, mit dem herausgefunden werden sollte, welche Beschleunigungen der menschliche Körper aushalten kann, als Ingenieur tätig. Bei einem sehr kostspieligen Experiment wurden am Körper der Testperson 16 Mess-Sensoren befestigt. Diese Sensoren konnten auf zwei Arten befestigt werden: Auf die richtige und in 90° Abweichung von dieser. Das Experiment schlug fehl, weil jemand methodisch sämtliche Sensoren falsch angeschlossen hatte. Diese Erfahrung ließ Murphy sein ursprüngliches Gesetz formulieren, das einige Tage später bei einer Pressekonferenz zitiert wurde. Im Prinzip bedeutet das frei nach Andy Brehme: Haste Scheisse am Fuß, haste Scheisse am Fuß. 30 Torschüsse auf das VfB-Tor, 13:3 Ecken und 21:4 Flanken. 75 Minuten Überzahl. Das Tor war wie vernagelt, den Matchplan muss auch ein Irrer gemacht haben. Die Kurve nahm es mit wohlwollendem Applaus für die Mannschaft hin, aber die Luft wird dünn…


18.02.2011  1. FC Nürnberg - SGE  3:0 (Frankenstadion, 40.853 Zuschauer)

Das richtige Verhalten im Stau: Immer zwischen den Spuren wechseln. Jede Lücke muss schließlich genützt werden. So kann der Nachfließende Verkehr besser aufschließen. Sollte sich ein Polizei oder Rettungsfahrzeug von hinten nähern, so müssen die Autos, die auf der linken Spur unterwegs sind normal weiterfahren. Die auf der mittleren Spur müssen sofort die Spur komplett räumen, da die Polizei oder Einsatzfahrzeuge mit Warp-Geschwindigkeit vorbei wollen. Daher zieht man direkt und ohne Blinken auf die rechte Spur, komme da was wolle! Schließlich (das weiß doch jedes Kind) besteht die Rettungsgasse, oder auch Einflugschneise genannt, aus der gesamten mittleren Spur! Die auf der rechten Spur dürfen sich im ISO-Ausweichtest üben: Vollbremsung oder direkt auf die Standspur flüchten.
Nachdem Polizei und Rettungsfahrzeug vorbei sind geht der Run auf die besten Plätze los: Vollgas und nach vorne preschen, Mut zur Lücke, zur Not Spiegel einklappen. Je weiter man nach vorne kommt, desto mehr Prestigepunkte handelt man sich ein ! Man darf dabei auch gerne mal ein schneller fahrendes und von hinten kommendes Auto ausbremsen. Es gibt nix geileres als von 210 auf 90 runter zu bremsen. Wenn das hinter euch ankommende Auto nicht selbst in den Leitplanken landet, dann ist eure Mission gescheitert, Schande über euch!

Das richtige Verhalten an der Unfallstelle: Die Unfallstelle an sich sollte auf keinen Fall gesichert werden! Das macht schon die Polizei. Die umherstehenden Autos werden sofort verlassen und man flüchtet sich hinter die Mittelleitplanke und genießt die kühlende Fahrtluft der entgegenkommenden Autos (das wirkt vorbeugend und verhindert somit Kreislaufprobleme die durch den Adrenalinschub vom Unfall entstehen könnten!). Sollte es im Gegenverkehr spontan auch zu Unfällen kommen (manche Verkehrsteilnehmer könnten den rettenden Sprung zwischen die Mittelleitplanken eventuell falsch verstehen) so sollte man auf keinen Fall etwas unternehmen, die andere Fahrtrichtung geht uns nichts an. Die Fahrzeuge, die aus dem Stau endlich die Unfallstelle erreicht haben, lässt man zwischen den Unfallfahrzeugen durchfahren. Das ist sogar praktisch, da umherliegende Glassplitter und Fahrzeugteile wie von Geisterhand verschwinden (z. B. Stichwort Flurschaden, die Reinigung der Autobahn ist teuer!) Das Aufstellen von Warndreiecken oder das Leiten des Verkehrs ist Angelegenheit der Polizei! Gaffer sind übrigens erwüscht, denn wann kommt man schon mal so vielen Fahrzeugfreaks so nahe?

Wenn auf einem Fußballplatz das Leistungsvermögen staut, dann kommt selten was vernünftiges dabei raus, wenn es die eigene Mannschaft ist. Die Mannschaft auf der Überholspur ist da immer besser dran und nichts anderes ist der Glubb im Moment. Bei uns stimmt so einiges nicht und es wird Zeit für eine vernünftige Verkehrsschulung sonst rutscht man immer weiter zurück und ist bald mit den Trabbis von Union und Aue im Rennen. Auf den Rängen staute sich auch mal wieder so einiges, neben dem Frust über die Niederlage will sich die erlebnisorientierte Fraktion auch immer gerne mit den hochgehandelten Kollegen aus Nürnberg messen, aber letztendlich kam es nur zu fliegenden Gittern und sinnlosen Positionsspielchen mit Streckenposten in grün.


12.02.2011  SGE – Bayer Leverkusen 0:3 (Waldstadion, 42.600 Zuschauer)

Da sagt man einmal im Leben das, was einem auf den Nägeln brennt und schon kriegt man in den Arsch getreten…
Das wäre nichts für mich, schließlich mache ich den ganzen Tag nichts anderes, als mir über mögliche und unmögliche Zusammenhänge den Kopf zu zerbrechen. Die Aussagen von Sarrazin (Berliner Finanzsenator), bayrische Schüler ohne Schulabschluss wüssten mehr als Berliner Schüler mit Abschluss, ist so ein Beispiel. Der Mann hat doch Recht! Wer mal in Berlin durch den Prenzlauer Berg spaziert, wird sich wundern, warum hier geschwäbelt, gegrantelt oder gemuht wird, aber nicht berlinert und schon gar nicht deutsch geredet. DA sind sie, die ganzen Süddeutschen ohne Schulabschluss, die jetzt in Berlin den dicken Max machen.
Der gemeine Berliner Studierte überlegt bei Kerzenschein hin und her, wie er seine Stulle bezahlen soll und ernährt sich während dessen von Hartz IV. Derweil kommt der zurückgebliebene Schwabe in Papas Benz vorgefahren und macht aus Scheiße Geld. Und schon ist der dumme Schwabe der Klügere.
Oder ein anderer Politiker der meinte, die Kindstötungen im Osten hängen ursächlich mit der Abtreibungsregelung in der DDR zusammen. Der Herr kommt wohl aus Berlin. Das würde seinen Mangel an Verstand erklären. Die Mütter, die jetzt ihre Kinder tiefkühlen, waren zu DDR-Zeiten gerade eingeschult und hatten somit von Fortpflanzung soviel Ahnung, wie dieser Herr von Geschichte und Mathe zusammen. Vielleicht ist er ja eher Biologe und wollte gesagt haben, dass es an den Ost-Genen liegt, also vererbt ist ? Wieder falsch! Denn wenns an den Genen liegt wird’s wohl an Adolf, der alten Nazisau liegen, der hatte es mit Menschenleben ja schließlich auch nicht so. Aber der gemeine Ostdeutsche war Widerstandskämpfer allerhärtester Sorte, während der böse Westdeutsche NSDAP-Mitglied, gewissenloser Schlächter und folglich Kindstöter war. Der Westdeutsche also ist schuld, der hat es der Gesellschaft vererbt und die frisst nun quasi ihre Kinder, sozusagen. Jaha, ich will die Stasi wiederhaben und meinen Sender Gleiwitz und Frauen an den Herd und überhaupt alles!!!

Unser Ama (übrigens auch Schwabe, mit Wurzeln im Gyros-Palace) hatte da die Woche ja auch wieder mal so seine Probleme mit dem Mundwerk. Ich hab da so ein Problem, wenn einer meint er müsse sich über die Mannschaft oder den Verein stellen. Verdienste hin oder her, genauso die Vereinstreue, die lag wohl eher gezwungenermaßen an den fehlenden Alternativen. Fakt ist auf jeden Fall, dass er es geschafft hat seiner Mannschaft zusätzliche Unruhe zu verschaffen, die hat es ihrem Ex-Kapitän auch prompt gedankt und eine teilweise erbärmliche Leistung abgeliefert. Verdiente Niederlage an einem Kack-Tag und dazu kommt noch, dass es unserem ehemaligen Redaktionskollegen Mark derzeit nicht besonders gut geht. Glücklicherweise aktuell auf dem Weg der Besserung, sollte sich unsere Mannschaft auch langsam mal Gedanken machen wie sie auf den Weg der Besserung kommen will. Ich hab jedenfalls keinen Bock auf 2. Liga und ein Derby gegen den FSV, weit weg ist das nicht…


06.02.2011  SC Freiburg - SGE 0:0 (Dreisamstadion, 21.900 Zuschauer)

Das Lohnt sich! Der diesjährige Ausflug des Reisekombinates Brechen-Idstein wurde in Zusammenarbeit mit dem MHT-Kartenvertrieb veranstaltet und führte an die Dreisam ins südbadische Freiburg zur Landesausstellung „Renaissance oder Scheiterhaufen am Bespiel der Bundesliga“ die seit August 2010 geöffnet ist und noch bis Mitte Mai 2011 dauert. 5 Personen nahmen am Ausflug teil und am frühen Mittag des 6. Februar ging es unter der Reiseleitung von Professor Assmann und dem Ernährungsberater Mankel von der katholischen Kirche zu Wörsdorf aus los. Erster Ausflugspunkt war die Raststätte Bruchsal wo uns Frau Friedrich ein wenig über die Geschichte des Lakritzkonfektes aufklärte. Nach einer kurzen Andacht im Foyer der Raststätte machte man sich weiter auf den Weg zur Dreisam, wo man kurz vorher an einer weiteren Raststätte auch die traditionelle Kaffeejause abhielt. Die Ausflugsteilnehmer wurden in 2 Gruppen aufgeteilt und frisch gestärkt durch Kaffee und Vanillemilch genoss man den Blick auf die blühenden Landschaften abseits der Schnellstraßen.
 
Bei der Einfahrt in die Stadt, deren erste Erwähnung (Siedlungen im Bereich des heutigen Freiburg, der Wiehre und Herdern) sich 1008 in einem Dokument findet, in dem Kaiser Heinrich II. dem Bischof Adalbero von Basel den Wildbann in den Wäldern der Gegend überschreibt, konnte man auf interessante und leicht anschauliche Weise viele kostbare Ausstellungsstücke betrachten und kam in den ersten Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Um alles über die Geschichte der Zähringer, Habsburger, Reformation und Bauernkriege zu erfahren reichte leider die eineinhalbstündige Führung zum Dreisamstadion beeinflusst von Pferdekutschen und anderen Reisegruppen nicht aus. Als letztes Ausflugsziel stand dann das Stadion des örtlichen SC an, allerdings konnten nicht alle unserer Reisegruppe das Erlebnis aufgrund der mangelhaften Bauweise dieses Freilichttheaters genießen. Mehrfach mussten die Plätze gewechselt werden und auch die Verpflegung kam nicht an frühere Mittagessen beim „Stadtsöllner-Wirt“ oder in der Gaststätte „Zum Alfons“ heran. Die Vorführung auf dem Rasen war sicherlich im Laufe der Spielzeit auch schon deutlich frischer, jedoch hat man hier in den vergangenen Wochen auch schon schlechtere Auftritte erlebt. Es waren noch einige andere Reisegruppen aus unserer Gegend anwesend mit denen man in den Pausen nett ins Gespräch kam und sich für zukünftige Ausflüge verabredete. Die Jüngeren unter den Reisenden versuchten das Geschehen mit lauten Gesängen zu begleiten, was jedoch nicht immer gelang.

Zusammenfassend war der diesjährige Ausflug trotzdem wie immer gut gelungen und das Wetter hätte nicht besser sein können. Glücklicherweise verlief der Tag auch ohne größere Zwischenfälle. Auf den abschließenden Besuch des Gasthauses „Zum Goldenen M“ wurde aus zeitlichen Gründen allerdings verzichtet. Gegen 22.30 Uhr kam unsere Reisegruppe wieder wohlbehalten in der Heimat an. Ganz lieben Dank an den Fahrer des Reisemobils und die Leckereien für unsere Kaffeejause! Danke auch an Herrn Bruchhagen und sein Team für die Unterstützung bei der Kartenbestellung sowie Herrn Assmann und Herrn Mankel für die Reiseleitung und die Organisation des Ausflugs.


21.01.2011  Hamburger SV - SGE 1:0 (Volkspark, 50.239 Zuschauer)

Ich will den heutigen Bericht mal mit einer Textzeile aus einem alten Klassiker von Jim Diamond beginnen: Eieieieieieieieiei, I should have known better…. Wie immer bleibt von den Ankündigungen potentieller Mitfahrer wenig übrig. Da wird der Magen über Nacht ranzig oder es wurde vergessen Urlaub einzureichen, die dollsten Sachen gibt’s da. Übrig blieb als Weggefährte dann nur noch Thor, wobei wir dann noch ne kleine Hoppingtour anschließen wollten. Als Spritdrücker konnten über eine Mitfahrzentrale noch ein Mann gewonnen werden, der mit seiner Schwester mitfahren wollte. Die beiden wurden in Gießen am Bahnhof aufgesammelt und stellten sich recht schnell als Iraner heraus. Wer seinen Urlaub schon mal im Iran verbracht hat, stellt fest, dass nicht alles schlecht ist, was ein US-Präsident nicht mag. Zugegeben: Vieles, was von Reisen positiv in Erinnerung bleibt, ist im Iran verboten. Nichtehelicher Geschlechtsverkehr, westliche Musik, Alkohol - auf alles steht in Iran Strafe mit Anfassen, und als Rechtsmittel dient auch die Peitsche. Viel davon blieb bei meinen Mitfahrern jedoch wohl nicht hängen, denn die beiden entpuppten sich als angenehmer Gegenentwurf, angeschlagen von einem Gelage vom Vorabend, und es wurde eine kurzweilige Fahrt in die Hansestadt.

Meine Tante gewährte uns für die Nacht Asyl und nach einem kurzen Boxenstop im Hamburger Vorort ging es per Zug ins Stadion. Im Gästeblock gab es heute dank des Freitagstermins genügend Platz und so konnten auch die Freßbuden noch alle abgehoppt werden. So früh wollte ich eh nicht rein, weil alle Welt mit einem Schlachtfest rechnete, aber auf unsere Ersatzbank ist dann doch Verlass. Sensationell wie Rode in seinem 1. Spiel den „Weltstar“ van Nistelrooy abkochte, Clark war unglaublich. Leider hat der HSV den einzigen Fehler von uns eiskalt genutzt zum einzigen Tor, unfassbar ärgerlich dass wir mit unserer Rumpftruppe diesen charakterlosen Scheisshaufen nicht schlagen konnten. Sorry meine Freunde vom HSV, aber ihr könnt einem einfach nur leid tun. Da im Gästebereich nicht viel los war und auch keine bekannten Gesichter erblickt wurden ging’s schnell zurück in die Stadt, die Bembelbar auf St. Pauli im Jolly Roger rief.

Das Jolly Roger liegt in unmittelbarer Nähe vom Millerntor-Stadion und ist eine coole Fußballkneipe auf dem Kiez. Zur Feier des Tages wurde wie immer bei der Bembelbar das hessische Stöffche importiert und die Fanabteilung stiftete die Gerippten. Bin ja grundsätzlich eh nicht so der Äppler-Fan, aber ich weiß nicht warum diese Brühe außerhalb der hessischen Landesgrenzen immer so schal schmeckt. Überfremdeter Hessischer Obstbestand ? In der Vergangenheit wurden rein hessische Obstsorten wieder und wieder durch das Aufpfropfen fremder Arten verunreinigt. Schluss damit! Außerdem: Es kann nicht angehen, dass deutsche Kinder mit Bananen und Apfelsinen aufwachsen und den Nährwert eines guten hessischen Apfels oder einer reinen saftigen Birne nicht mehr zu schätzen wissen. Deshalb: Grenzen dicht für Fremdobst! Und weiter: Weg mit faulem Fallobst ! Unter unseren hessischen Bäumen lungert immer mehr faules Fallobst herum. Egal, ob es ehedem an hessischen Bäumen hing, muss es endlich einer der Volksgemeinschaft nützlichen Verwendung zugeführt werden. Macht Fallobst zu Mus! Da bleibe ich dann doch lieber beim leckeren Astra, gerne in der stärkeren Rotlicht-Variante statt des Äpplers, Eieieieieieieieiei, I should have known better….


16.01.2011  SGE – Hannover 96  0:3 (Waldstadion, 39.300 Zuschauer)

Dies ist das Wort des Herrn, das geschehen ist zu Frankfurt, dem Sohn der DFL. Höret dies, ihr Ältesten, und merket auf alle Einwohner im Lande, das solches geschehen sei zu euren Zeiten! Saget euren Kindern davon und lasset's eure Kinder ihren Kindern sagen und diese Kinder ihren Nachkommen! Was die Raupen lassen, das fressen die Heuschrecken; und was die Heuschrecken lassen, das fressen die Käfer; und was die Käfer lassen, das frisst das Geschmeiß. Wachet auf, ihr Trunkenen, und weinet, und heulet, alle Weinsäufer, um den Most; denn er ist euch vor eurem Maul weggenommen. Denn es zog herauf in unser Land ein mächtiges Volk und ohne Zahl; das hat Zähne wie Löwen und Backenzähne wie Löwinnen. Das verwüstet meinen Weinberg und streift meinen Feigenbaum ab, schält ihn und verwirft ihn, dass seine Zweige weiß dastehen. Heule wie eine Jungfrau die einen Sack anlegt um ihren Bräutigam! Denn das Speisopfer und Trankopfer ist vom Hause des Herrn weg, und die Priester, des Herrn Diener, trauern. Das Feld ist verwüstet, und der Acker steht jämmerlich; das Getreide ist verdorben, der Wein steht jämmerlich und das Öl kläglich. Die Ackerleute in rot und schwarz sehen jämmerlich, und die Weingärtner heulen um den Weizen und die Gerste, dass aus der Ernte auf dem Felde nichts werden kann. So steht der Weinstock auch jämmerlich und der Feigenbaum kläglich; dazu die Granatbäume, Palmbäume, Apfelbäume und alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt; denn die Freude der Menschen in Frankfurt ist zu Jammer geworden.

Blaset mit Posaunen zu Heribert, heiliget ein Fasten, rufet die Gemeinde zusammen! Versammelt das Volk, heiliget die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zuhauf die jungen Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach. Lasset die Priester weinen zwischen Halle und Altar und sagen: Herr, schone unser hessisches Volk und lass dein Erbteil nicht zu Schanden werden, dass Heiden über sie herrschen! So wird der Herr um sein Land eifern und sein Volk verschonen. Und der Herr wird antworten und sagen zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Most und Öl in Fülle schicken, dass ihr genug daran haben sollt, und will euch nicht mehr lassen unter den Heiden zu Schanden werden, und will den von Mitternacht fern von euch treiben und ihn in ein dürres und wüstes Land verstoßen, sein Angesicht hin zum Meer gegen Morgen und sein Ende hin zum Meer gegen Abend. Er soll verfaulen und stinken; denn er hat große Dinge getan. Fürchte dich nicht, liebes Frankfurter Land, sondern sei fröhlich und getrost, ihr werdet zu essen genug haben und sollt den Namen des Herrn, eures Gottes, preisen, der Wunder unter euch getan hat; und euer Land soll nicht mehr zu Schanden werden. Ihr müsst nur an euch arbeiten, alles aus euren vermaledeiten Körpern herausholen. Halbe Kraft wie heute ist nicht genug, auch die halbmondgläubigen aus eurer Mannschaft müssen sich hinterfragen. Sonst werden auch weiter die Heiden die Ernte von eurem Acker entführen. Hosianna !


22.12.2010  Alemannia Aachen - SGE 6:4 n.Elfm. (DfB-Pokal, Tivoli Neu, 32.160 Zuschauer)

Wenn man 2 Tage vor Weihnachten zum Fußball aufbricht, dann hat das meistens mit einer gepflegten Hopping-Tour zu tun, dieses Mal ruft allerdings der DfB-Pokal dank der grandiosen Terminierung des DfB und des noch grandioseren Sieges unserer Magier gegen den HSV. Auswärtsspiel bei nem Zweitligisten ist für viele so was wie ein Freilos, aber zumindest mal ne gute Chance fürs Weiterkommen und eventuell mal wieder für spätere internationale Einsätze. Als ich mit nem Kumpel letzte Woche so über die Personalsituation philosophiert habe, da war mir das Pokalspiel sogar wichtiger als die Bundesliga, fürs Weiterkommen hätte ich sogar auf die Punkte gegen den BVB verzichtet.

Nun geht’s also in den Vorhof des Pommes-Paradieses. Aachen ist ein relativ unspektakuläres Städtchen, die Älteren werden sich vielleicht noch an die Kaiserkrönungen erinnern können, während die Jüngeren Aachen eher aus den Nachrichten kennen weil es da eine JVA mit gelegentlichen Ausbrüchen gibt und man dort in Müllcontainern gerne auch mal streng geheime Daten der Telekom findet. Ansonsten scheint die Stadt nur aus dem Dom zu bestehen wenn man den Stadtführer studiert. Vor kurzem hat man sich ein neues Stadion neben das alte gestellt, in dem wir heute bei arktischen Temperaturen antreten dürfen. Trotzdem war unsere Reisegruppe relativ früh vor Ort, so dass es zum Schutz vor der Kälte ins Schuh-Outlet gegenüber vom Stadion ging. Mein „Weihnachtsmann“ war ja früher Al Bundy, den es in Wirklichkeit ja eigentlich gar nicht gibt. Allerdings scheint man als realer Schuhverkäufer generell missmutig drauf sein zu müssen, so dass ich glaube, Al Bundy gibt’s wirklich. Vielleicht war diese Serie früher aber auch keine Comedy, sondern Real-Satire ? Man weiß es nicht. Bepackt mit neuen Hausschuhen ging’s dann zum Auto und durch die Schneeberge rüber ins Stadion.

Ist das ein Winterchen, Kinder! So viel Weiß war vor Weihnachten selten und heute gab’s Nebel noch gratis dazu. Und das dollste: Trotz alpiner Verhältnisse in den deutschen Stadien gab es fast keinen Spielausfall! Sensationell, was die Rasenheizungen des 21. Jahrhunderts in Verbindung mit dem guten alten Schneepflug und den noch besseren und noch älteren Kehrbesen möglich gemacht haben. Und wenn die weiße Pracht allzu hartnäckig vom Himmel fiel wie die letzten Tage, wird oft einfach trotzdem gespielt. Wettbewerbsverzerrung: minimal. Und rote Bälle gehören eben zur Vorweihnachtszeit wie Geschenkehektik und Glühweindelirium. Vielleicht wäre eine Absage für uns besser gewesen, irgendwie hatten wir das Pech gepachtet heute. Gute Leistung trotz langer Unterzahl, aber Pfosten, Aachener Keeper und die Nerven von Alex Meier hatten was gegen ein Weiterkommen und so ging es raus ohne Applaus. Man hätte Aachen links liegen lassen sollen und nicht im Vorhof des Pommes-Paradies anhalten sondern den Schritt weitergehen… Nicht ohne meine Fleischspieße !


18.12.2010  SGE – Borussia Dortmund 1:0 (Waldstadion, 51.500)

Fast die halbe Saison ist absolviert und die bisherigen Überraschungsmannschaften machen immer noch keine Anstalten, Federn zu lassen. Wer hätte das gedacht? Schalke mitten im Nirgendwo, Mainz ganz oben, irgendwo dazwischen der FC Bayern. Das hat sich Franz Beckenbauer wahrscheinlich auch ganz anders vorgestellt, als er den Fußball erfunden hat. Und in der Tat, normalerweise wäre die Ansetzung dieses Spieltages so grau wie ein Samstag im Dezember überhaupt nur sein kann. Doch nicht dieses Jahr. Im „Jahr des Metall-Tigers“ (die Chinesen unter uns wissen bescheid) ist eben alles anders. Insbesondere unser Spiel gegen den BVB zeigt das ganze Ausmaß dieser Absurdität: Was sonst so aufregend klänge wie drei Folgen „Wetten dass…?“ am Stück (ohne Michelle Hunziker), ist heuer ein Topspiel, quasi das G2-Treffen der Bundesliga. Und das Duell hat’s auch voll in sich. Skibbe vs Klopp, aufstrebendes Team gegen den Spitzenreiter. Wenn da nicht unsere ganzen Verletzten wären…

Heute geht es nicht so sehr um die Tabellenführung (die ist erstmal fix), sondern auch darum, wer die coolste Sau im Trainerbiz ist, wobei Skibbe einen deutlichen Alters- und Erfahrungsvorteil hat. Kloppo hat seinen Erfolgskader frei nach dem Motto „Kinder an die Macht“ zusammengestellt. In Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf Lüdenscheid-Nord hat der juvenile Jungtrainer in einem großangelegten Casting die Talente von Dortmunds Straßen geklaubt und bietet den Kids nun eine echte Alternative zu einem möglicherweise trostlosen Leben. Das Projekt „Borussia 09 statt Hartz 04“ hat eine ebenso illustre wie schlagkräftige Truppe hervorgebracht. Neben den gestandenen Spielern wie Stürmerstar Barrios, Alt-Faustballspieler Weidenfeller und Verletzungsfan Kehl stehen im Abwehrzentrum mit Hummels und Subotic zwei 21-Jährige ihren „Mann“, im Mittelfeld-Buddelkasten tummeln sich der kleinste größte Japaner Shinji Kagawa, Kinder-Hool Kevin Großkreutz, Antichrist Götze sowie Halbmond-Star Sahin. Sunnyboy Klopp erzieht seine „Kinder“ eher anti-autoritär, Fehler machen ist ausdrücklich erlaubt, nur lernen muss man daraus. Viel gelernt haben die Borussia-Boys in dieser Saison wahrscheinlich noch nicht, denn sie machen ja kaum Fehler.

Eigentlich hatte sich bei uns fast jeder die Frage nach der Höhe unserer Niederlage gestellt, aber wie so oft kam es ja anders. Skibbe der alte Fuchs hat die Zentrale clever vernagelt und so langsam bekam man das Gefühl das hier doch was gehen könnte. Der kompromisslose Theofanis Gekas hat ganz eindeutig diese angeborene Entschlossenheit, diese „Nicht unterkriegen lassen“-Einstellung. Bumms, Bumms, Bumms! So oder so ähnlich könnte sich das im Oberstübchen von Theofanis Gekas anhören. Wen man das kleine Knupperlmännchen so anschaut, vermutet man hinter der tristen Fassade eher einen Ziegenhirten in knochigen Olivenhainen oder einen Bauchladenverkäufer vor Karstadt. Aber nüscht is. Ein eiskalter Goalgetter, der die Fans heute zur Ekstase brachte. Ein Sieg, der auch viele Fragen hinterließ: Wie platt war Dortmund nach dem Europapokal? (Hopp-Hard-Schätzung: In etwa so wie ein Einstiegsgag von Mario Barth). Wie viel ist der Sieg wert? (Hopp Hard-Schätzung: Circa drei Punkte). Und: Geht jetzt noch was nach oben in die Europa-League ?


11.12.2010  1. FC Köln - SGE 1:0 (Müngersdorf, 45.000 Zuschauer)

Mann kann fast überall leben; in Hamburg, Cottbus, Braunschweig, sogar in München, aber in Köln? Das geht gar nicht, was eine Scheiße! Die ganze Stadt ist eng und laut, es gibt entschieden zu viele hässliche Kirchen und der Fluss sieht aus wie die Einfahrt zum Containerhafen Rotterdam. Mitten in die zugebaute Innenstadt drängelt sich dann der Dom, arrangiert wie von unten durch eine Betonplatte geschossen. Grauenhaft! Der Rest der Gegend ist City von der Stange: Rewe, Schlecker, Grillrestaurant Akropolis, Karstadt, Joop. Nicht weiter schlimm, so sieht es halt überall aus im Land der Bekloppten und Bescheuerten. In Köln kommt aber erschwerend hinzu, dass der behämmerte Ureinwohner sein grenzdebiles Kaff tatsächlich für eine scharfe Metropole hält und genau das macht den Aufenthalt in der Mediendeponie am Rhein so unerträglich. Es ist nicht diese 0815-Stadt, es sind die blöden Leute. Ein unerträglich von sich selbst eingenommener Menschenschlag, vulgär, laut, einfach unerträglich. Extra für diese Bratzen werden Primitivprodukte hergestellt, die es sonst - zum Glück - nirgends gibt. Ein Bier-Ersatz der nach Pisse schmeckt, von vagabundierenden Urinkellnern serviert, und eine Bekloppten-Musik in Eingeborenensprache. BAP, De Höhner, Bläck Föös, Hella von Sinnen, Karneval und Kölsch: So stelle ich mir den Eingangsbereich der Hölle vor. Der Kölner hingegen, nicht. Er hält das für normal. Was Wunder, er hat ja sein blödes Köln auch noch nie verlassen. Die höchste vorstellbare Form von Fremdheit und Exotik ist für ihn der Düsseldorfer. Konrad Adenauer, immerhin eine Zeit lang Bundeskanzler, hielt Berlin schon für Russland. Mehr ging eben in die rheinische Runzelrübe nicht rein.

Wie kein anderer Städter dieser Republik findet der Kölner nur gut, was aus Köln ist. Zugleich hält sich der Trampel aber für weltoffen und kontaktfreudig. Prost Mahlzeit! Diese Stadt überlässt man besser den Bekloppten, die es freiwillig dort aushalten. Wenn man den Kölner allerdings ärgern will, dann erzählt man ihm, man finde alles kölsche total klasse. Die Doofenmucke von BAP, dass jeder schwul ist, den Karneval, einfach alles. Aber am besten fände man das Altbier hier, das sei ja sowas von schweinelecker und würde zu der Stadt passen wie ein Arsch auf dem Eimer. Spätestens dann kann man sich rühmen einen Kölner als Feind zu haben. Genauso wenn man es wagt den örtlichen Fußballklub, auch EffZeh genannt, zu kritisieren. Seit Jahren in Personalplanung und sportlicher Darbietung weniger als mangelhaft fühlt man sich doch als Mittelpunkt des Fußball-Universums an der Grenze zum Größenwahn. Nach dem BVB hat Top-Manager Meier den 2. Verein fast in den Ruin geführt, was der gewöhnliche Zuschauer mit teils utopischen Ticketpreisen und Podolski-Zuschlag bezahlen darf.

An sich genug Motivation für alle, der Tag fängt im Block mit einer kleinen Choreo zu Ehren des Geburtstags der BS95 an. Vorm Stadion soll es bis auf kleinere Liebesbeweise der Fangruppen recht ruhig geblieben sein, im Stadion gab es dann umso größere Liebesbeweise von Seiten der Ordner. Man hat ja schon viel erlebt, aber das am Boden liegende und wehrlose Leute von Ordnern gestiefelt werden und Ordner Fans hinterm Zaun mit Sand bewerfen war mir neu, aber solange fahre ich ja auch noch nicht zum Fußball...:-)
Die Polizei fand es nicht ganz so lustig und knöpfte sich den einen oder anderen Ordner vor und bescheinigte den Eintrachtlern ordentliches Verhalten, auch das gibt’s. Auf dem Platz konnte man dem EffZeh sinnloserweise Aufbauhilfe leisten. Freut euch Kölner, auf einen Abramowitsch oder Titel könnt ihr trotzdem lange warten…


27.11.2010  FC Bayern - SGE 4:1 (Fröttmaning, 69.000 Zuschauer)

Das Leben ist voller Widersprüche. Zum Beispiel voller Widersprüche gegen Google Street-View. Davon gibt es eine knappe Viertel Millionen. Ungefähr so viele Stuttgarter sind auch gegen den dortigen Bahnhofsneubau. Eine Viertel Millionen, das ist Bundeswehrstärke. Hat sich in Deutschland etwa ein Heer von Revoluzzern, von Neinsagern und Verhinderern formiert? Angesichts Datteln, Gorleben und Google fragen sich deutsche Manager besorgt: “Wird es in Deutschland keine Großprojekte mehr geben, keine Endlager, nie wieder Konzentrationslager?”
Hopp Hard weiß, welche Pro- und Objekte noch auf der Abschussliste des neuen Widerstandes stehen:
Flughafenausbau Dortmund: Kein Mensch will nach Dortmund. Und die, die dort weg wollen, haben kein Geld zum Fliegen und können mit der Bahn schwarzfahren. Warum also mit unseren Steuern die westfälische Ödnis umgraben? Der Widerstand sagt NEIN.
Windkraftanlagen: Schluss mit der Verspargelung der Landschaft. Neben den schönen Hochspannungsmasten ist kein Platz für noch mehr Ständer. Wer sorgt für freien Flug der Zugvögel? Wer verteidigt niedersächsische Provinzdeppen gegen nervtötenden Schattenwurf? Der Widerstand, der Widerstand!
Alpen: Die werden abgeschliffen. Lange genug hat sich die Gruppo Toskana über Pässe und durch Röhren gequält. Kein Höhenmeter soll mehr München von Venedig trennen. Auch dafür kämpft der Widerstand.
Klimawandel: Sollen die Fidschis doch alleine ersaufen. Deutschland macht nicht mit bei der Hitzewelle. Wer lässt das Eisfach auf? Wer kühlt das Land? Der Widerstand, der Widerstand!
Fußball-Wahnsinn: Noch ein Stadionneubau, noch ein Millionen-Transfer, noch eine WM nach Schland. Damit ist jetzt Schluss. Die Bundesliga soll es nicht mehr geben. Fußball kommt nachhause – auf den Dorfacker. Und alle kicken mit und rufen: „Widerstand, Widerstand“.
München: Hobby-Diktator Louis „Feierbiest“ van Gaal ist der Meinung den Fußball neu erfunden zu haben und gibt der Beratungsresistenz eine neue Bedeutung. So langsam kommen auch die eigenen Leute drauf, besonders wenn die Ergebnisse nicht stimmen und rufen dann „Widerstand, Widerstand“.

Leider sind unsere Jungs mal wieder zu brav und wollten nur passiv Widerstand leisten und kamen selten aus ihrem Schneckenhaus raus. Die Leistung ist heute mal wieder ein Widerspruch an sich, fernab von Revoluzzern und Verhinderern, aber irgendwie passt das mal wieder zu unserer Truppe. Das einzige was wir verhindern ist ein gutes Spiel. Lässt sich aufgrund der bisherigen Saison aber ganz gut verschmerzen und irgendwie hat man das ja auch erwartet, wir sind ja auch gute Menschen und helfen anderen wo wir können wieder auf die Füße. Stimmung war im Schlauchboot wieder mal nicht vorhanden und wenn ich an diesem Wochenende nicht so viele seltene Gesichter gesehen hätte wäre es völlig fürn Arsch gewesen. Gibt’s eigentlich ne Fußballversion von Dinner for one?


13.11.2010  Werder Bremen - SGE 0:0 (Weserstadion, 34.000 Zuschauer)

Bei Spiegel Online war neulich zu lesen, dass U.S.-Präsident Obama dem Autohersteller Toyota Vorwürfe wegen des Rückrufs von 8 Millionen Autos macht. Jeder Autohersteller hat eine Verpflichtung, wenn es um öffentliche Sicherheit geht, so zitiert Spiegel den mächtigsten Mann der Welt, es müsse schnell gehandelt werden, und weiter: „Wir wissen bislang nicht, ob das bei Toyota geschehen ist. Das wird untersucht werden.” Was auf den ersten Blick wie eine billige Retourkutsche (nicht Reiskutsche…) für Pearl Harbor wirkt, ist bei genauerer Analyse ein Beweis für Obamas umsichtige und verantwortungsvolle Amtsführung, deren Einflussbereich nicht hinter dem eigenen Gaspedal endet. Diese Einschätzung kann mit weiteren klugen Ratschlägen Obamas an andere internationale Adressaten belegt werden, in einer diplomatischen Note an den neuerdings Uran anreichernden Iran mahnte er: “Wir wissen nicht, ob die Zylinderkopfdichtungen an den Zentrifugen 1414, 1415 und 1416 turnusgemäß erneuert worden sind. Das wird mit einer Cruise Missile überprüft werden! “. Auch Europa blieb nicht verschont, so erkannte er bei Werder Bremen bei einigen Spielern fehlende Einstellung, fehlender Hunger und Einsatzbereitschaft sowie Mannschaftsdienlichkeit. Namen wurden dabei nicht genannt, aber er empfahl den dringenden Rückruf der Fußballer und Überarbeitung der Module.

Voll des Lobes war er indessen über unsere Truppe. „Diese Leute sind ein Teil von mir. Und sie sind Teil von Deutschland, eines Landes, das ich liebe“, legte Obama in dem persönlichsten Teil seiner Rede dar. Ein Lob wie Donnerhall, fast so wichtig wie vom Kaiser oder von Imperator Loddar. Nach den letzten Wochen konnte man sich hier wirklich was ausrechnen nach jahrelangen Demütigungen gegen die Werderaner, die erst in der letzten Saison beendet werden konnten. Aber so richtig rund lief außer der Uhr heute nix, höchstens vielleicht noch der eine oder andere im neuen Gästeblock weil die Sichtverhältnisse wegen Tribünen links und rechts sowie Säulen eine Katastrophe ist.

Ohne Tore ging’s wieder zurück ins Exil nach Hamburg, aber da war heute trotz der Autonomen-Demos wenig los, auch mit den Linken geht nix mehr. Beim Bier vor der Flora konnte man mal die Gedanken schweifen lassen. Neulich hat jemand behauptet, diese Postille sei als Beitrag zur Fankultur gedacht. Das war und ist himmelschreiende Heuchelei. Ich wollte nur nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Was ich möchte, ist Aufmerksamkeit. Ich möchte Klicks und Verkaufszahlen ! Ich möchte Werbung platzieren und Geld verdienen. Ich möchte einen stinkreichen Mäzen, der nach zwei Flaschen Rotwein meinen PayPal-Account erfragt. Frauen sollen sich den Cappuccinoschaum von den Lippen streichen und zu ihren Freundinnen sagen “Hopp Hard“ ist so supi, können nicht alle so sein wie „Hopp Hard“. Ich möchte Agenturchefs, die ihre Lieblingstexter feuern und mich zu ihren ambitioniertesten und lukrativsten Projekten einladen. Chefredakteure, die den Abdruck meiner Pamphlete vermelden. Verlegerinnen, die mir den Schlüssel für ihr Chalet am Luganer See mit ihrer Telefonnummer zuschicken. Außerdem möchte ich mehr Frieden, Walschutz und dass der Bauer von nebenan erst nach 8 Uhr mit der Arbeit anfangen muss.
 


30.10.2010  FC St. Pauli - SGE 1:3 (Millerntor, 24.330 Zuschauer)

Zum 1. Mal seit langer Zeit rief wieder Deutschlands Sündenbabel Numero Uno zum Fußball. Da dies einigen doch Wallungen verursachte war die Situation an der Kartenfront sehr angespannt. Laut Aussage des Kartendealers meines Vertrauens das schlimmste Spiel in den letzten Jahren… Dank einiger cleverer Winkelzüge und vermutlich „manipulierter“ Auslosungen waren dann genug Karten für eine nette Autobesatzung und unsere EFCler vor Ort vorhanden. Die geplante Anreise am Freitag ging leider aus diversen Gründen nicht und so ging es unter Protesten der Wiesbadener Fraktion mitten in der Nacht am Samstag früh los. Nach dem Zwischenstop Brechen („in“, nicht „zum“ !) war die Autobahn uns und die Hansestadt wurde relativ früh erreicht.

Der Treff mit unserer Vermieterin im Stadtteil Harburg klappte dann auch einwandfrei. Während Hoppe und Weller beim Kollegen Bundschuh im Altona nächtigten, hatte ich für Mele und mich ein Appartement gebucht, was so ziemlich eines der letzten verfügbaren und bezahlbaren war, da zeitgleich die Messe „Boot“ startete. War wohl auch nur deshalb noch verfügbar weil das Haus quasi noch im Rohzustand war, man die Farbe riechen konnte und an einem Wochentag hier wohl auch der Baulärm dein Freund gewesen wäre. Zusammen ging’s dann in Richtung Stadion mit einem Zwischenstop im Schanzenviertel. Das Viertel hat einen etwas zweifelhaften Ruf, Sternekoch Tim Mälzer hat sich hier niedergelassen und sicher auch seinen Teil zum Yuppie-Ruf beigetragen während hier eigentlich früher das Zentrum der alternativen Szene war. Die Wahrheit liegt wohl dazwischen, gelegentlich kann es aber schon sein, dass Schanzenbewohner spontan ein paar Lagerfeuer errichten. Dazu gibt es Feuerwerk und Marschflugkörper der Marken Beck´s und Astra. Natürlich hat da auch jemand was dagegen und zwar die Mutant Hero Turtels mit ihren Helmen, Schilden, Schlagstöcken, Räumpanzern und Wasserwerfern. Ziemlich unentspannt, die kleinen Freunde der Sondereinsatz-BePo, zumal sie doch der Grund für die Begeisterungsstürme sind, aber gehört halt dann dazu. Heute blieb jedoch alles friedlich und zu Fuß ging’s dann ans nahe Millerntor wo man kurz vorm Spiel mit „Im Herzen von Europa“ empfangen wurde im Stadion, schon mal sehr nett. Das umgebaute Stadion macht schon ordentlich was her, die neuen Tribünenteile sind ziemlich steil, bei weitem kein Einheitsbrei. Der Gästebereich ist obenrum eigentlich nur aus Stahlrohr, aber das bleibt ja sicher nicht so. Auf der alten Haupttribüne kann der kleine freistehende VIP-Bereich überzeugen, bei dem jeder untern Sitz ein Fass zum selberzapfen hat…

Das Spiel lief in der 1. Halbzeit nicht besonders gut, unsere SGE war in etwa so zurückhaltend wie Herr Kachelmann bei seinen Pressekonferenzen, glücklich ging’s mit 1:1 in die Kabine, aber in der 2. Halbzeit schlug unser griechischer Strafraum-Dämon wieder zu. Der nächste Auswärtsdreier, wer soll uns eigentlich noch schlagen ? Die Sonne scheint nicht nur bei Tag und Nacht, sondern uns derzeit aus dem Arsch. Der Support war dementsprechend gut, sogar auf beiden Seiten, nur diese elenden Politik-Transpis bei Pauli nerven eigentlich nur noch. Zusammen ging’s nach dem Spiel wieder zur Schanze in Oma´s Apotheke, in der wir allerdings erst nach einigen Diskussionen nen Tisch besetzen konnten, wobei das „besetzen“ leider wörtlich zu nehmen ist… Anschließend trennten sich unsere Wege, bei Mele und mir ging’s nur quer über die Straße an die Theke zum Fussi gucken, wobei sich der überaus nette Abend dann zu einem kleinen Contest entwickelte. Wie lange kann man an einer Theke sitzen ohne nach der Bestellung gefragt zu werden ? Nun, der gemeine Ratefuchs wird hier sicher sagen: nicht lange ! Aber nein, hier waren es auf jeden Fall 60 Minuten und wenn wir keinen Durst gehabt hätten wäre dieses lustige Schauspiel noch etwas weiter verfolgt worden… Irgendwann bahnte sich die Müdigkeit ihren Weg und Mele steuerte den Astra sicher nach Harburg, trotz des fehlenden Nogger-Riegels. Im Delirium zog das Sportstudio an mir vorbei… Du, ich hab geträumt der Oka war im Sportstudio ?


17.10.2010  1. FC Kaiserslautern - SGE 0:3 (Fritz-Walter-Stadion, 49.780 Zuschauer)

Ich bin ein Land-Ei, soll heißen, meine Familie und ich leben in bäuerlicher Gemeinschaft in einem kleinen Ort irgendwo im Rheingau-Taunus-Kreis. Hier rennen auf jeden Fall genug Schweine und ein paar Rindviecher rum. Ich bin nicht der Jüngste im Clan, zusammen mit Mama und meinen Geschwistern. Mama sagt immer dass man mich nicht so ganz ernst nehmen kann. Mama sagt immer, der ist mal als Baby aus dem Bett gefallen. Seitdem läuft das Uhrwerk nicht mehr richtig. Aber ich bin bloß ein wenig schusselig, ständig bin ich irgendwo verpflastert, weil ich entweder hinfalle, mich schneide oder sonst wie verletze. Mama sagt immer: „der braucht eine Brille, sonst passiert irgendwann mal was ganz Schreckliches“.
 
Im Herbst wurde immer geschlachtet. Das ist jedes Mal ein richtiges Fest. Ich mag es nicht, wenn die armen Schweine und Kühe gemetzelt werden, aber alle sagen ich soll mich nicht so anstellen, schließlich würde ich auch gerne mal ein Schnitzel, geräucherten Schinken oder Wurst essen. Stimmt… Jetzt war es also wieder soweit. An großen Haken hängen drei Schweine und zwei Rinder und warten darauf, zerkleinert, zerschnitten und verwurstelt zu werden. Alle wissen, was sie zu tun haben. Das sind keine Aufgaben für mich, dazu bin ich zu schusselig. „Du würdest dir nur alle Finger abschneiden und die Fußzehen gleich mit“ meinte Mama. Es gibt ja noch genug anderes zu tun. Alle sind guter Dinge, lachen und singen aus Leibeskräften, denn wenn die Arbeit geschafft ist, wird gefeiert.

Gelegentlich wird man aber auch mal zu anderen Schlachtfesten eingeladen wo man selbst als Gast nur genießen kann und nicht arbeiten muss. Als echtes Land-Ei habe ich mich natürlich riesig darüber gefreut, weil auch so viele Leute dabei sein wollten im Land von Schwartemagen, Saumagen und Hausmacher Blutwurst. Allerdings hat man doch nur die Gäste arbeiten lassen, die aber auch den verdienten Lohn abbekamen. Weitestgehend überragende Leistung, 3 Punkte, fast 10.000 Leute aus dem Hessenland auf der Tribüne hinterm Tor, ein geiles Bild vor allem beim gehaltenen Elfer von Oka. Danach war’s eindeutig und verdient und die Nachwuchs-Metzger hatten ihren Spaß. Aber beim Schlachtfest wie auch sonst gilt: es wird nix so heiß gegessen wie es gekocht wird…


03.10.2010  VfB Stuttgart - SGE 1:2 (Neckarstadion, 44.000 Zuschauer)

Und schon wieder geht’s zur Wasenzeit nach Stuttgart, was bei gutem Wetter und noch einer zusätzlichen Veranstaltung auf dem Wasengelände ein Mörderchaos erwarten ließ. Das hieß frühe Anreise, zusammen mit Thor ging es wegen einer Kurztour in die Schweiz sogar 2 Tage früher los, das sollte reichen. Zu den Großveranstaltungen kommen noch die aktuellen Unruhen wegen dem Neubau des Bahnhofs, so dass man gelegentlich das Gefühl hat die Chaostage wären in die Hauptstadt von BaWü verlegt worden. Schon seltsam, überall findet man’s cool, wenn etwas tiefer gelegt wird, nur in Stuttgart nicht. Dort versteht man bloß Bahnhof.

Deutschland blickt irritiert auf die Ortschaft "Stuttgart 21": Dort, im Südwesten des Vaterlandes, demonstrieren Tausende. Und es werden immer mehr. Sie tragen brennende Kerzen. Sie rufen: "Wir sind das Volk!" Bald werden sie die deutsche Einheit fordern. Und Reisefreiheit, aber nur oberirdisch. Es würde die Stimmung wahrscheinlich nur anheizen, wenn jetzt die Kanzlerin käme und den Menschen einen Tunnel voller blühender Landschaften verspräche. Im Augenblick wird nämlich dagegen protestiert, dass ein einziger Hauptbahnhof unter die Erde verlegt wird - und das ungefähr zu einem Preis, für den dasselbe jährlich mit 850 000 Deutschen passiert. Die Demonstranten sprechen deshalb von Geldverschwendung. Sie können nicht anders, sie sind Schwaben und die finden so etwas schlimm. Das ist eine regional ausgeprägte Mentalitätsdeformation. Anderswo verhält sich die Bevölkerung reifer und versteht die Verjubelung öffentlicher Mittel auch als individuelle Bereicherung, zumindest für einige. Wenn wegen solcher Geschichten jeder auf die Straße ginge und friedliche Revolution spielte, dann würde bald niemand mehr zum Arbeiten kommen und all das erwirtschaften, was der Staat zum Verplempern benötigt. Also sollten sich die Aufständischen lieber andere Sorgen machen: Der bisherige Kopfbahnhof gibt der Bahn noch ein Argument, ihre Züge ausgerechnet hier zum Stehen zu bringen. Die Gleise sind plötzlich zu Ende. Die künftige Durchfahrstation hingegen dürfte bewirken, dass Triebwagenführer mit Höchstgeschwindigkeit durch "Stuttgart 21" rauschen und lieber ein paar Extraminuten in aufregenderen Metropolen verweilen, etwa in Pforzheim, Karlsruhe oder Ulm.

Das perverse ist ja das das Ganze vor über 20 Jahren schon geplant wurde und dort auch schon fleißig informiert wurde mit Infobussen etc., da konnte man dann sehen was geplant wird. Und nun wo alle Verträge gemacht sind und Ja und Amen gesagt wurde fällt denen ein zu protestieren.... Wer zu spät nachdenkt den bestraft das Leben. So ähnlich sieht’s auch bei den Kickern aus, da werden die besten Spieler verscheuert, abgetakelte Altstars geholt und völlig überraschend bleibt der Erfolg aus. Uns soll’s egal sein, eine Klasse-Leistung liefern unsere Buben ab und nach längerer Zeit nehmen wir mal wieder nen Dreier mit. Dank uns wird mal wieder ein Trainer abgesägt, unser Ex-Kicker Jens Keller darf sich nun als VfB-Trainer versuchen. Dank seiner zweifelhaften Rolle beim Trainerwechsel kann ich ihm aber nur die Pest wünschen. Mir soll’s egal sein, und den Stuttgartern scheint eh der alte spuckhässliche Bahnhof wichtiger zu sein…


22.09.2010 Bayer Leverkusen - SGE 2:1 (Haberland-Stadion, 24.404 Zuschauer)

Nach den beeindruckenden Erfahrungen der letzten Saison im Gyros Palace war die Meute höchst motiviert und wollte frühzeitig vor Ort sein um dem Fleischspieß zu huldigen, mit dabei waren nach langer Zeit mal wieder mit Sobi und Ariane seltene Gäste, die aber aufgrund unserer Erzählungen aus dem Reich der griechischen Küche sehr gespannt waren. Relativ pünktlich ging es dann in Idstein los, allerdings war der Berufsverkehr dann nicht unser Freund und dank einiger Staus und wirrer Umfahrungsideen wurde es dann doch knapp bis zum Spiel, den Gyros Palace sahen wir leider nur aus der Distanz beim Vorbeifahren des Shuttle-Busses. Einer unserer Mitfahrer protestierte zwar lautstark, aber die Uhr tickte unerbittlich.

Am Block wurden dann zunächst ein paar bekannte Gesichter begrüßt, Karten wechselten den Besitzer und die üblichen Meckereien über die sinnlosen Leverkusener machten sich breit. Das Fußballunternehmen Bayer Leverkusen ist scheiße, das war schon immer klar. Warum? Diese Frage stellt sich heute leider immer seltener als sie es das noch vor zehn oder 15 Jahren tat. Vor allem Wolfsburg und seit Kurzem Hoffenheim sind damit beschäftigt, Leverkusen den Rang als “Unsympath der Liga” abzulaufen. Da wirkt einer, den man nicht leiden kann, aber schon viel länger kennt, plötzlich gar nicht mehr so schlimm wie einer, den man nicht leiden kann, an dessen hässliche Visage man sich aber noch nicht gewöhnt hat. Es darf jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass auch Bayer Leverkusen aus der gleichen Gülle ist wie die anderen beiden Werksvereine. Da nützt es auch nichts, dass man aus dem einst abfällig genutzten “Werkself” jetzt eine Imagekampagne zaubert. Warum also ist Bayer Leverkusen Scheiße? Man kann ganz vorne anfangen, man kann in der Mitte anfangen oder man kann dort anfangen, wo wir jetzt sind. Fangen wir also vorne an, es bleibt überall gleich Scheiße. Am Anfang: Leverkusen ist keine historisch gewachsene Stadt, sondern wie Wolfsburg nur aufgrund wirtschaftlicher Bedürfnisse zur jetzigen Größe angewachsen. Bekanntheit erlangt Leverkusen vor allem durch die Bayer AG und durch den Sportverein Bayer 04 Leverkusen. Erstklassig wurde Bayer Leverkusen erst 1979, bis dahin füllt ein dickes, fettes Nichts die Geschichtsbücher zu den Punkten Fußball und Leverkusen. Und das war es dann auch schon. Keine regionale Meisterschaft oder mal eine Finalteilnahme, keine wissenswerte Historie und auch keine Nationalspieler… In der Mitte: Niemand wusste von Leverkusen, bevor dieses schließlich in die Bundesliga aufstieg. Fans: keine. Zuschauer: auch keine. Leverkusen war in der Mitte seiner Zeit  Scheiße, weil es eine graue Maus ohne jegliche Spielkultur oder auch nur Daseinsberechtigung war, einfach pure Langeweile. Es krebste irgendwo in der Liga rum. Während man bei Mannschaften wie dem VfL Bochum oder dem Karlsruher SC vielleicht noch Sympathien à la graue Maus, die ums sportliche Überleben kämpft, aufbringen konnte, war in dieser Rubrik damals schon bei Bayer Fehlanzeige. Deshalb zog auch damals schon der Bonus des kleinen Underdogs nicht, denn der war Bayer nie. Heute: Heutzutage muss man Leverkusen Scheiße finden, weil sie es trotz des erfolgreichen Fußballs zu seligen Daum’schen Drogen-Zeiten und damaligen sportlichen Erfolg immer noch nicht geschafft haben, eine echte Fanbasis aufzubauen. Es scheint so, als sei alleine die Konkurrenz des 1. FC Köln schon ausreichend um dafür zu sorgen, dass es Bayer Leverkusen nun mal einfach nicht auf die Reihe bekommt, einen Fanstamm zu entwickeln. Und Freikarten kann man schließlich auch nicht unendlich verteilen, an Werks-Angehörige oder an Schulkinder der umliegenden Dörfer. Und wer einen größeren Fanstamm trotz diverser Rennen um die Meisterschaft über Jahre hinweg nicht geschafft hat, der wird das auch in Zukunft weder mit dem Scheißkäsen-Volkstribun Rudi Völler noch mit 10 Ballacks schaffen. Aktuell ist Bayer Leverkusen weiterhin scheiße, weil es einfach nichts an diesem Club gäbe, was ihn liebenswert oder zumindest bemitleidenswert machte. Und aus mehr als diesem künstlich aufgeblasenen Fliegerdrachen besteht Bayer Leverkusen nun mal nicht. Was also soll das sein außer einem ziemlich teuren Marketinginstrument? Dass wir das nicht aus den Augen verlieren, nur weil Wolfsburg und Hoffenheim jüngere Mitglieder der Bundesliga sind…

Alle Mühe hat man sich heute wieder mal gegeben um diesen Ruf zu bestätigen, anders kann man die Eingangskontrollen nicht bezeichnen. Im Rahmen des Hausrechts vielleicht gedeckt war das alles doch sehr realitätsfern, wenn man keinen Plan hat wie man vernünftig mit Fußballfans umgeht dann muss man es halt sein lassen und sich am besten auflösen. Das Spiel war wieder mal Nebensache und lief irgendwie wie immer… Gut gekämpft, aber trotzdem keine Punkte.


11.09.2010 Borussia M´Gladbach - SGE 0:4 (Borussia-Park, 45.315 Zuschauer)

Heute ist Jünter-Tag ! Das schwarze Vereinsmaskottchen lässt feiern und wird gefeiert. Das Zwischenfazit am Jünter-Tag bis zum Anpfiff unseres Spiels konnte sich sehen lassen: Scharen gutgelaunter Besucher jeglichen Alters, Vorfreude nach zuletzt guten Leistungen der Borussen und bestes Spätsommerwetter; alles war perfekt und sollte in der Familienkurve fortgesetzt werden, zu der die gesamte Südkurve umfunktioniert war. Jünter beschenkte seine kleinen Fans und wurde beschenkt: Einer hatte für ihn frisches Gras und auch Möhren mitgebracht… Manches Kind vom Niederrhein erlebte erstmals ein Fußballspiel im Stadion und befand sich gegen 15.30 h in einem Zustand, der nur durch ein allerdings unwahrscheinliches Zusammenfallen von Weihnachten und Ostern hätte übertroffen werden können. Dann freilich mutierte der Jünter-Tag zum Stümpertag, und mancher Erziehungsberechtigte eines Nachwuchs-Borussen mit noch formbarem Fußballgeist fragte sich, wie es zu verhindern sei, auf einmal einen Frankfurt-Fan mit nach Hause zu nehmen.

Nun, krisengestählte Eltern verfügen nicht nur über Nerven wie Stahlseile, sondern auch ein ausgeklügeltes Instrumentarium, das eine Niederlage (um nicht zu sagen: Debakel) in einen moralischen Sieg verwandelt. Und so erhielten die Kleinen eine Lehrstunde nach dem Motto "Siehst Du schon keinen Fußball, kannst Du wenigstens etwas über das Leben lernen". Lektionen gab es ja so einige. Z.B. bei der eigenen Mannschaft. Man kann Ruhe in der Hütte haben nach zuletzt guten Leistungen, für die es zurecht höchstes Lob gab, einen keineswegs übermächtigen Gegner vorgesetzt bekommen und eine schwarz-weiß-grüne Mauer der Unterstützung hinter Dir wissen, wenn die Einstellung nicht stimmt, verlierst Du trotzdem. Einsatz, Phantasie, Selbstvertrauen und Wagemut blieben nicht einmal Spurenelemente, und so folgte die Strafe auf dem Fuß, weil die Hausaufgaben nicht gemacht waren. Das ist ebenso zwangsläufig wie verdient. Außerdem ist es ja irgendwo tröstlich, dass sich Leistung gegen Nicht-Leistung durchsetzt… Eine weitere, vielleicht noch wichtigere Lehre ergab sich aus dem Verhalten des (aus Gladbacher Sicht) Nicht-Unparteiischen: Nicht in jeder Uniform steckt auch eine aufrechte Gesinnung. Der Schiedsrichter überzeugte durch eine bemerkenswerte Mischung aus Kleingeist und fahrigem Habitus, was pädagogisch gleich wunderbar genutzt werden konnte: kleine Kinder lernen, dass Rückgratlosigkeit im Amt eine Sekundärtugend ist, die besonders in solchen Organisationen ausgeprägt ist, in denen der Fisch vom Kopfe her stinkt. Als positiver Nebeneffekt kam hinzu, dass der Familienblock sich als fruchtbarer Nährboden für Vokabular darstellte, das etwa im Straßenverkehr unweigerlich von praktischem Nutzen sein wird.

Die dritte Lektion steht hoffentlich noch bevor: dass man nur dann wirklich blöd ist, wenn man denselben Fehler zweimal macht. Und so vermittelten manche Großen den Kleinen, dass man statt den Borussia-Schal aus dem Autofenster wehen zu lassen auch hessisches Volksliedgut trällern kann. Und so werden viele von den Kleinen deren Samstag durch Jünter zunächst so schön begann, die Gehirnwäsche verarbeiten und sich von der dunklen Seite der Macht abwenden, Benny und Theo sei Dank… Wenn unsere Magier in der Spur bleiben…


21.08.2010 Hannover 96 - SGE 2:1 (Niedersachsenstadion, 37.212 Zuschauer)

Wer sich moderner Kommunikationsmethoden bedient und eine Emailadresse besitzt, kennt das Problem unerwünschter Post. Meistens handelt es sich dabei um Werbe- und andere Spammails, die einen in der Regel nicht mehr groß vom Hocker reißen: Man liest sie und langweilt sich, eher noch löscht man sie ungelesen und ist erst dann so richtig genervt, wenn die unerwünschte Post Überhand nimmt und einem das Postfach verstopft. Als Gelegenheitsschreiberling kann man sogar eine gewisse Freude daran entwickeln, wenn man sich z.B. an der hundertacht-undsiebzigsten Methode zur Penisverlängerung ausrechnet, wie viel Meter man zusammen hätte, hätte man sich wenigstens jeder zehnten der angepriesenen Methoden bedient oder wenn man mal versucht einen Leistungsvergleich der angebotenen Viagra-Produkte zu erstellen.

Gelegentlich findet man neben den ganzen Kaufempfehlungen aber auch sinnvolle Dinge wie zum Beispiel Mitfahrangebote zum Spiel nach Hannover. Trotz der Tatsache das es das 1. Saisonspiel in der Bundesliga war, ließen sich die meisten auch mit billigen Versprechungen nicht locken, so war das Erstaunen groß das Leute freiwillig mitfahren wollten. Gab es dann doch eine vernünftige Besatzung, die heute gleich auch den 1. Sieg sehen wollte, denn wer soll uns nach der Vorbereitung eigentlich noch schlagen ? Wer Chelsea schlägt, für den ist alles andere als der Meistertitel eine Enttäuschung. Der Gästeblock war gut gefüllt, aber auch bald relativ ernüchtert, denn gut spielen alleine reicht nicht, vor allem nicht wenn man das nicht das ganze Spiel macht und dann noch nicht mal zielstrebig ist dabei. So kam es das der Abstiegskandidat Hannover ein Tor mehr schoss und die 3 Punkte behalten durfte.

Auch in unseren Fankreisen scheint man die Tage nicht unbedingt auf die Viagra- oder Penisverlängerungs-Angebote eingestiegen zu sein, der Motor stotterte zum Start noch etwas. Penisvergleiche mit der anderen Seite gab’s auch keine mangels Attraktivität und Angeboten, so ging’s ohne viel Tamtam wieder zurück in die Heimat zur After-Schlagermove-Party ohne Schlager, aber dafür mit Grillfleisch und Looping Louie. Für alle Freunde des gehobenen Sockenschusses und unverfälschter Psychiatrie in diesen Berichten heißt es noch warten bis zum nächsten Kick…


13.08.2010 SV Wilhelmshaven - SGE 0:4 (Jadestadion, 6.400 Zuschauer)

Das erste Highlight der neuen Saison steht ja immer schon recht früh ins Haus, dieses Mal wegen WM sogar noch früher. Die Tombola im DFB-Hauptquartier an der Schneise hat eigentlich meistens mehr Nieten im Pokal-Hut, aber dieses Mal meinte es die Glücksfee ganz gut, Wilhelmshaven im August, Sommer, Sonne, Strand. Hörte sich schon mal ganz gut an, die Vorfreude auf die neue Saison war in jedem Fall vorhanden nach einer soliden Vorbereitung und ganz passablen Neuverpflichtungen, aber die Wahrheit liegt ja immer auf dem Platz…

Zu dritt ging’s dann mittags los an den Busen, was in dem Fall nix perverses ist, sondern Wilhelmshaven liegt ja ganz nett an einer Bucht, dem sogenannten Jadebusen. Bei unserer Besatzung war auch eine junge Dame dabei, was ja an sich selten passiert, die sich aber in unserem Gefährt so wohl gefühlt hat, dass sie deutlich mehr alkoholische Getränke vernichtet hat als der Rest im Auto. Ausfälle gab’s aber keine, so dass ich von einem ordentlichen Training ausgehe. Frühzeitig waren wir dann vor Ort, die letzten Kartendeals wurden abgewickelt, ein paar Bekannten hallo gesagt und schon war man am Stadion wo sich ordentlich viele Gleichgesinnte eingefunden haben. Der komplette Block hinterm Tor war voll, es werden sicher 1500 Frankfurter gewesen sein, sensationell für Freitag abend am anderen Ende der Republik. Die Stimmung war gut, es gab eine sehr passable Choreo, allerdings musste man die ersten Minuten Angst haben von unseren Gastgeber aus der Regionalliga überrannt zu werden. Unsere Buben waren noch nicht richtig auf dem Platz, aber nach ner knappen Viertelstunde war Schluss mit lustig und der Favorit setzte sich souverän durch, unter anderem mit einem sehr geilen Freistoßtor von Tzavellas, einem unserer neuen Griechen.

Abends sollte dann noch im Pumpwerk die „Bembelbar“ stattfinden, zu der vom Stadionsprecher sogar hochoffiziell auch die Heimfans geladen wurden. Nach kurzer Überlegung und dem Tipp eines Kumpels wurde aber darauf verzichtet und es ging ins nicht weit entfernte Jever zum Altstadtfest. Für mich zwar ein leichter Gewissenskonflikt, da in der Nacht noch die Weiterfahrt zu einer Hoppingtour anstand, aber wir sind ja flexibel und auch das Auto ist ganz gemütlich wenn man sich mal ein paar Stündchen ablegen will. Das Fest ist der Knaller, Party all over in der Altstadt in deren Zentrum die Brauerei liegt, da war ich ganz sicher nicht das letzte Mal. Aber man muss Prioritäten setzen, kurz vor 1 ging es wieder auf die Autostrada…

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Aktualisiert am  
 
13.07.2017
 
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